Sr. Sonja Fanselow legt Gelübde auf Lebenszeit ab

Wenn eine junge Schwester nach mehreren Jahren Ordensausbildung ihre Ewigen Gelübde ablegt, so ist dies ein Fest für die ganze Gemeinschaft. Mit Sr. Sonja Fanselow legte nun in diesem Jahr die dritte Schwester dieses Versprechen ab. Die Feier fand im Kreise der Familienangehörigen, Freunden, Bekannten und den Mitschwestern im Mutterhaus der Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen statt. Dem adventlichen Festgottesdienst stand Erzbischof Dr. Ludwig Schick vor. In seiner Ansprache konkretisierte er, was die Adventbotschaft bedeutet: „Das Himmelreich ist nahe!“

Für Sr. Sonja, die als Krankenschwester in München-Ramersdorf zu den Menschen nach Hause geht, um sie zu pflegen, die auf den Straßen der Großstadt nicht nur Wohlstand und Glitter sieht, sondern mit viel Not und Elend in Berührung kommt,  für sie und für alle Zuhörer/innen waren diese Worte sehr ermutigend. Kranke heilen, Tote auferwecken, Aussätzige rein machen und Dämonen austreiben – für alle diese unsere Aufgabenfelder fand der Prediger die Assoziation ins Heute. Er ermutigt, für die da zu sein, die sozial oder gesellschaftlich tot sind. Er mahnt, schuldig gewordene Menschen nicht zu stigmatisieren und warnt vor den Dämonen in der Gemeinschaft, wie Neidhammel und Nörgler.

Um diesen hohen Anspruch aber gewachsen zu sein, braucht es ein eigenes Verwurzeltsein das von einer Freude getragen ist. Das Leben in Profess ist eine von vielen Formen, Himmelreich werden zu lassen.
In ganz persönlichen Worten wandte sich der Erzbischof an Sr. Sonja: „Treten Sie heute mit Ihrer Profess in den Teil des Himmelreiches ein, der ‚Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen‘ benannt ist. Sie sind vom Herrn selbst dazu berufen worden und er sendet sie auch. Dessen dürfen Sie ganz gewiss sein. Treten Sie mit Freude ein, und wissen Sie: Freude wird auch in Zukunft für Ihr Herz wichtig sein. Bereiten Sie sich diese Freude immer wieder durch Gebet, gute Gespräche und Feiern. Lassen Sie Ihr Ordensleben bestimmt sein von diesen drei Ratschlägen:
-  Der Spiritualität, des „Tun, was der Tag verlangt - in Liebe und Hingabe“. 
- Bleiben Sie in der geistigen Klausur. Lassen Sie sich nicht herausziehen, durch nichts und niemanden und
- legen Sie für Christus Zeugnis ab. Das wird die Beziehung zu ihm stärken.

Nach dieser stärkenden Botschaft folgte der Ritus zur Professablegung. Ein ausdrucksstarkes Zeichen für ein Verwiesensein auf göttliche Hilfe ist die Anrufung der Heiligen. Sr. Sonja legte sich dabei auf den Boden und die Gemeinde antwortete auf jede Anrufung „bitte für sie“.
Dann erst legte sie in die Hände der Generaloberin die Profess ab. Als Zeichen der Zugehörigkeit trägt Sr. Sonja nun auch den Ring und alle anwesenden Schwestern schenkten ihr den Friedensgruß.

Das Besondere an dieser Feier war das Erleben der schwesterlichen Gemeinschaft. Gäste und Schwestern fanden in einem Raum Platz und kamen in Kontakt. Generaloberin Sr. Christine Köberlein drücke ihre Freude über dieses Miteinander aus und bedankte sich auch bei Sr. Judith Dinkel, die die jungen Schwestern in den letzten Jahren begleitet hatte. Diese Aufgabe wurde nun Sr. Elisabeth Hofmann übertragen.

Die Verwandten und Bekannten von Sr. Sonja erlebten einen frohen, geselligen und kurzweiligen Tag. Mit Gemeinschaftsspielen wurden Talente zutage gebracht und das Öffnen der Geschenke in großer Runde war sehr unterhaltsam.

Sr. Sonja ist nun wieder nach München zurückgekehrt. Sie geht wieder zu den Kranken und lebt mit dem Gedanken, sich noch weiter zu qualifizieren, um den Menschen mit den Gaben, die die Natur uns geschenkt hat, helfen zu können. Damit trägt sie auch eine Ordenstradition weiter: der Gründer P. Dr. Natili war auch ein Heilkundiger, der mit natürlichen Mitteln Heil brachte. 

Sr. Regina Pröls

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