Kostenfreie Behandlung eines albanischen Mädchens im Waldkrankenhaus St. Marien

Lindita Jugu, ein 12-jähriges albanisches Mädchen, litt seit Jahren an Herzrhythmusstörungen mit plötzlichem Herzrasen. Das lebenslustige und lernbegierige Mädchen aus ärmlichsten Verhältnissen war durch immer wieder auftretendes Herzrasen mit Herzfrequenzen über 200 Schläge pro Minute nicht in der Lage ein normales Leben zu führen. Mehrfach musste es mit anhaltendem Herzrasen Krankenhäuser in seiner Heimat aufsuchen. Die Versuche das Herzrasen mit Medikamenten zu behandeln, scheiterten jedoch jedes Mal. Die einzige Option für eine Heilung, und damit für ein normales Leben mit einem regelmäßigen Schulbesuch, stellte ein Herzkathetereingriff mit Suche nach dem Ursprung der Herzrhythmusstörung und dessen Verödung dar.
Die Hilfsorganisation Nehemiah Gateway, die eine Schule in Albanien betreibt, in der Lindita eine Schulklasse besucht, nahm sich dieses Mädchens an und suchte nach einer geeigneten Klinik in Deutschland, in der dieser komplexe Eingriff durchgeführt werden konnte. Im Rahmen dieser Suche erfuhr Dr. med. Volker Schibgilla, Chefarzt der Medizinischen Klinik IV des Waldkrankenhauses St. Marien in Erlangen, von Linditas Problemen und war sofort bereit zu helfen. Auch der Geschäftsführer des Waldkrankenhauses St. Marien, Udo Kunzmann, erklärte sich umgehend bereit, auf die anfallenden Behandlungskosten komplett zu verzichten.
Bereits wenige Wochen nach dem ersten Kontakt konnte Lindita in Begleitung einer Mitarbeiterin der Hilfsorganisation nach Erlangen reisen und im Waldkrankenhaus St. Marien aufgenommen werden. Nach einigen Voruntersuchungen erfolgte Ende November der Eingriff im Herzkatheterlabor des Waldkrankenhauses St. Marien. Ein Team aus Herzspezialisten, unterstützt durch die Anästhesie des Hauses, führte den Eingriff durch.

Dieser stellte sich als äußerst schwierig heraus und erstreckte sich über sechs Stunden, in der die Herzrhythmusstörung mehrfach ausgelöst werden musste, um den Ursprung zu lokalisieren und letztendlich zu veröden. Auf diese Weise konnte bei Lindita ein seit Geburt vorhandenes zusätzliches Bündel an Leitungsbahnen zwischen Herzvorhöfen und Herzhauptkammern unterbrochen werden. Die Rhythmusstörung konnte durch den Eingriff vollständig beseitigt werden und Lindita reiste vollständig geheilt in ihre Heimat zurück, wo sie von ihren Eltern und Geschwistern schon sehnsüchtig erwartet wurde.

Bild: Lindita Jugu und Chefarzt Dr. med. Volker Schibgilla am Entlassungstag

Petra Hollederer
Koordination Öffentlichkeitsarbeit am Waldkrankenhaus St. Marien

 

eingestellt: 2012-12-13 srk



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