Ein Weg rund um die Heimat

Die Basilika Vierzehnheiligen ist nicht nur für Wallfahrer und Touristen ein beliebtes Ziel, sie gilt auch als Heimatsymbol für die Menschen am Obermain. Ab sofort bietet Vierzehnheiligen eine neue Attraktion, die sich besonders mit dem Thema Heimat beschäftigt – eingerichtet von vier Schülern aus der Q12 des Dientzenhofer-Gymnasiums in Bamberg. Im Zuge ihres P-Seminars „Menschenwürdig leben – Mensch sein“ haben sie einen Stationenweg angelegt.
 
Smartphone ist der Schlüssel
Elf Standorte sind es geworden, an denen kleine Tafeln auf die Möglichkeit aufmerksam machen, über einen QR-Code mit dem Smartphone besondere Inhalte aufzurufen. Wird der Code gescannt, dann landet man – bei ausreichender mobiler Internetverbindung – auf der Homepage der Franziskusschwestern, wo verschiedene Texte und Dateien untergebracht sind. Diese reichen von Interviews zum Thema Heimat über ein Vierzehnheiligen-Quiz bis hin zu Bibelstellen und Gedichten. Thematisch haben die Oberstufenschüler die Inhalte an den jeweiligen Standort angepasst: Am Brunnen neben der Basilika ist ein Text über das Wasser des Lebens verlinkt, am Konradshof erhält man Informationen zur dortigen Jugendhilfeeinrichtung und im Klostergarten ein Rezept für eine Gemüsesuppe aus heimischen Zutaten.
Jetzt, da alle Tafeln stehen und die Codes funktionieren, wurde der Weg offiziell von Pater Heribert Arens eingeweiht. Der Weg bis dahin war für die vier Schüler nicht immer einfach. Alles in allem hat das Projekt rund 1000 Euro gekostet – dafür mussten Sponsoren gefunden werden: „Relativ viele mögliche Sponsoren haben aber abgesagt“, sagt Nicolas Popp. Letztendlich sagten aber das Diözesanhaus Vierzehnheiligen, die Stadt Bad Staffelstein und die VR-Bank Bamberg ihre Unterstützung zu. Mit Hackenberg Druck aus Schönbrunn und Hundt Metallbau aus Untersiemau wurden Partner für die Tafeln und die dazugehörigen Stelen gefunden.
„Ich denke, es hat uns weitergebracht, selbst mit den Sponsoren und Unternehmen Kontakt aufzunehmen und zu erklären, was wir uns vorstellen“, sagt Leonard Zürker. Auch wenn dafür viel Zeit außerhalb der Schule aufgebracht werden musste.
Die Idee des Stationenwegs habe sich im Rahmen des P-Seminars „schnell heraus kristallisiert“, sagt Lehrerin Claudia Losgar, die das Seminar leitet. Der zugrunde liegende Gedanke: „Wir wollten etwas mit Flüchtlingen machen.“ Manche Schüler haben daher direkt mit Flüchtlingen gearbeitet, und Laura Berthold, Franziska Lanuschni, Leonard Zürker und Nicolas Popp haben als Untergruppe des Seminars das Thema in ihren Stationenweg eingebunden: An der Friedenssäule führt der QR-Code zu Interviews mit Flüchtlingen. Sie sprechen darüber, was für sie Heimat bedeutet.
 
Standpunkte finden
Besonders hilfreich war der Kontakt zu Schwester Katharina von den Franziskusschwestern in Vierzehnheiligen, die schon zuvor häufiger an der Schule zu Gast war. Sie hat die Schüler unterstützt, als es im Sommer darum ging, wo rund um Vierzehnheiligen geeignete Standorte zu finden sind. Dann mussten noch die Berechtigungen eingeholt werden, um dort eine Tafel aufstellen zu dürfen: „Der Klostergarten ist zum Beispiel ein Grundstück der Schwestern“, sagt Laura Berthold. Andere Standpunkte mussten von der Stadt Bad Staffelstein genehmigt werden. „Aber das war unkompliziert.“

Jann Weckel, Redaktionsmitglied Fränkischer Tag, Lichtenfels/Bad Staffelstein
Der Artikel erschien in der Ausgabe vom Fr, 10. November 2017, S. 18

Nicolas, Laura und Leonard berichten von ihrem Projekt.

Der Code am Brunnen wird getestet.

Auch am Leuchtturm der Artenvielfalt ist ein Code: hier mit einem Vierzehnheiligen-Quiz.

Die Schwestern lassen sich erklären, wie das funktioniert.

Hier an der Friedenssäule wird das Thema Heimat im Blick auf Flüchtlinge konkret.

 

Fotos: Sr. Katharina Horn
2017-11-16 eingestellt: srk
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