Große Dankbarkeit am Ende einer Ära
Marktleugast - Die Franziskusschwestern verlassen nach 78 Jahren endgültig Marktleugast. Dort haben insgesamt 81 Ordensfrauen den Menschen gedient. Die bereiteten ihnen eine ergreifende und würdige Abschiedsfeier.
Mit einem eindrucksvollen Gottesdienst in der St.-Bartholomäus-Kirche in Marktleugast verabschiedete die Pfarrei Marienweiher die Franziskusschwestern.
Nach 78 Jahren segensreicher Arbeit, so Pfarrer Pater Alard, gehe eine Ära zu Ende. Neben der Trauer seien die Herzen in der Gemeinde doch in erster Linie mit Dankbarkeit erfüllt. In all den Jahren habe man von den Franziskusschwestern so viel Gutes erlebt und auch viele schöne Stunden mit ihnen verbracht.
Generaloberin Schwester Christine Köberlein dankte der Pfarrgemeinde für all das Gute, das die Franziskusschwestern in fast 80 Jahren in Marktleugast empfangen haben und auch geben durften. „Auch wenn wir es alle lange nicht wahrhaben wollten, ist heute der Tag des Abschieds gekommen."
Dabei unterstrich sie noch einmal, dass sich die Schwestern stets bemüht haben, ihr Bestes zu geben. Keinen Hehl machte sie daraus, wie sehr die Schwestern ihren Wirkungsort geliebt und wie hoch sie die Menschen in Marktleugast geschätzt haben.
Dankbarkeit sei deshalb an diesem Tag das Erste, was zum Ausdruck gebracht werden solle, so die Generaloberin weiter. „Dank ist eine lebendige Antwort auf die Großtaten Gottes, denn ohne ihn hätten wir nichts schaffen können. Dies schließt aber nicht aus, dass wir auch einander danken. Denn wir Franziskusschwestern haben hier in Marktleugast sehr vielen guten Menschen viel zu danken. Mit Einsatz und großer Bereitschaft, mit viel Fleiß und Eifer wurde hier der Grundstock gelegt. Wir durften 1931 ein Haus für unser Wirken als Geschenk entgegennehmen. "
Gutes Miteinander
Damit endete die Hilfsbereitschaft und die Aufmerksamkeit der Bürger von Marktleugast aber nicht. In den 78 Jahren habe sie nie nachgelassen, und es sei immer ein sehr gutes Miteinander gewesen - von Bereitschaft und Verständnis füreinander getragen.
Mit Blick in die Chronik ließ die Generaloberin noch einmal die Geschichte Revue passieren. Dabei unterstrich sie, dass insgesamt 81 Schwestern in Marktleugast den Menschen gedient haben. Manche sehr lange Zeit, andere nur wenige Jahre. Davon seien 61 Schwestern bereits verstorben, derer man in Dankbarkeit gemeinsam im Gebet gedachte.
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Matthias Gabeli sah in der großen Schar von Schwestern, die noch einmal zum Abschied nach Marktleugast gekommen waren, die enge Verbundenheit. Kirchengemeinde, Pfarrei und Ordensschwestern hätten über acht Jahrzehnte segensreich, hilfreich und erfolgreich zum Wohle der Menschen zusammengearbeitet.
Bürgermeister Norbert Volk unterstrich die großartige Leistung der Franziskusschwestern bei der Betreuung der Kinder, der Versorgung der älteren Mitbürger im Altenheim und der häusliche Pflege. Gerade in den Anfangsjahren verdienten die Ordensschwestern ihr Brot ziemlich hart. „Mit viel Einsatz und Liebe haben sie von Anfang an die Herzen der Menschen erreicht."
Stellvertretender Landrat Manfred Huhs erinnerte an die zahlreichen Jubiläen und Feste rund um den Kindergarten und dem Antoniusheim. Über Jahre schätze er die gute Zusammenarbeit mit den Schwestern. Besonders hob er aber die Arbeit von Schwester Irmgard hervor, deren Name untrennbar mit dem Kindergarten verbunden sei.
Hilfreich und unermüdlich
Im Namen von Landrat Klaus Peter Söllner und den Mitgliedern des Kreistages dankte er für den hilfreichen und unermüdlichen Einsatz der Frauen.
Auch Dekanatsratsvorsitzender Hartmut Richter würdigte die aufopferungsvolle Arbeit der Schwestern. Sie haben von den Menschen das Haus geschenkt bekommen, was zur damaligen Zeit eine herausragende Leistung war. Die Verantwortlichen gaben dem Antoniusheim seinen Namen: durch sie, die Ordensfrauen, habe das Haus eine Seele bekommen.
Für die Ministranten der Kirchengemeinde verabschiedete sich Christopher Wunderlich mit einem Dank für die Unterstützung am Altar.
Als Schlussredner erinnerte Oswald Purucker als zweiter Vorsitzender des Johannes-Zweigvereins daran, dass es die Selbsthilfeeinrichtung der Bürger war, die vor 80 Jahren Kontakt mit dem Orden aufgenommen hatte und den Bau des Antoniusheimes verwirklichte.
Als langjähriger Wegbegleiter der Ordensschwestern und als Vorsitzender des Caritas-Kreis-verbandes sah er im Caritas-Kindergarten, in der Caritas-Sozialstation, aber auch im Caritas-Seniorenheim St. Marien in Stadtsteinach die Arbeit der Franziskusschwestern auch in Zukunft fortgeführt. „Ohne Ihr Kommen, ohne Ihren Einsatz und ohne die Zusammenarbeit, auch auf Kreisebene, hätte die Kirche diese Einrichtungen nie schaffen und erhalten können." Umrahmt wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor Marktleugast.
Bei einem Stehempfang im Martinsheim hatten alle Freunde und Bekannte die Möglichkeit, noch einmal persönlich Abschied zu nehmen. Nach dem Essen im Wallfahrerhaus fand eine Andacht in der Wallfahrtsbasilika statt. Dabei trugen die drei Tenöre der Jugendband den Schwestern den „Sonnengesang des Heiligen Franziskus" in eindrucksvoller Weise vor.

