Peru, Dezember 2011
Liebe Mitschwestern, Angehörige, Freunde und Wohltäter!
Schon nähert sich das Jahr allmählich seinem Ende und somit kommt auch wieder die Zeit, Bilanz zu ziehen, nicht nur in der Wirtschaft sondern auch in unserem Leben. Das Ende des Kirchenjahres und der Anfang des neuen bieten sich geradezu an, darüber nachzudenken, wie wir mit der von Gott geschenkten Zeit umgegangen sind. Dazu kann uns die Strophe des Liedes (GL995) einstimmen, die da sagt: „Keiner kann allein Segen sich bewahren, weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen. Segen kann gedeihn wo wir alles teilen, schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.“ Dabei bezieht sich das Sparen trotz der allgemeinen Wirtschaftskrise beileibe nicht so auf das Materielle, sondern eher auf alles Liebe und Gute, das wir im Laufe dieses Jahres wieder empfangen durften, sowohl von Gott, dem Urheber alles Guten, als auch von den Menschen aus nah und fern, mit denen wir Verbindung hatten. Und dazu gehört auch Ihr alle. Darum wollen wir mit Euch auch wieder einige Erfahrungen des abgelaufenen Jahres teilen. Dabei hat der Brief dieses Jahr ein etwas neues Gesicht, weil darin auch die Schwestern aus den anderen Filialen zu Wort kommen und direkt aus ihrem Umfeld berichten.
Aufs Ganze bezogen, so hatten wir in Peru dieses Jahr Präsidentschaftswahlen, die praktisch ein Kopf- an Kopf-Rennen waren zwischen Ollanta Humala, dem 2006 knapp unterlegenen Gegenkandidaten von Alan García, und Keiko Fujimori, der Tochter des Expräsidenten Alberto Fujimori (1990-2001). An vielen schönen Versprechen fehlte es nicht auf beiden Seiten, wie überall so üblich in Wahlkampfzeiten. Schliesslich ging ersterer als Sieger hervor und bemüht sich nun, sein bestes zu tun für das Land, was wahrlich nicht leicht, aber sehr notwendig ist. Peru als Ganzes steht dabei gar nicht so schlecht da im internationalen Vergleich, doch ist das Problem, dass das Wirtschaftswachstum nur gewissen Schichten zugute kommt, während dabei die Armen immer noch ärmer werden. Darum ist das Hauptziel von Ollanta, darauf hinzuarbeiten, dass auch die bisher benachteiligten Volksschichten, vor allem die einheimische Bevölkerung tief in der Provinz in den Anden und im Urwald, auch nachhaltig gefördert werden. Hoffentlich wird ihm da Erfolg beschieden. Das ist jedoch nur möglich, wenn diese Notwendigkeit auch ins Bewusstsein aller gelangt. Nach wie vor ist ein landesweiter Krisenherd die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, ohne dabei auf die Erhaltung der Umwelt und die Interessen der eingesessenen Bevölkerung zu achten. Auch da ist zu hoffen, dass es in absehbarer Zeit besser wird.
Was nun unsere Kongregation in Peru betrifft, tat sich da auch so manches dieses Jahr. Zwar waren wir schon seit drei Jahren Region, aber nur auf Probe. Letzten Juli hatten wir nun das erste Regionalkapitel mit Wahl der Regionalleitung, aus der Sr. Noemi als Regionaloberin hervorging. Dabei führte Sr. Regina, die Generalvikarin, in Vertretung der Generaloberin Sr. Christine den Vorsitz. Beim allgemeinen Teil waren wie sonst noch nie alle derzeit 31 Schwestern aus ganz Peru versammelt und wir machten uns viele Gedanken über unsere Zukunft.
Ein Lichtblick dafür ist, dass dieses Jahr, nach längerer Pause, wieder zwei junge Frauen eingetreten sind, um ihren Weg mit uns zu gehen. Auch konnten wir im Januar mit unserer Schw. Rosa Gott danken für 25 Jahre im Dienst des Herrn, während wir es im kommenden Januar es mit Schw. Ingrid und Carmela tun dürfen. Aber trotzdem nun die Regionalleitung praktisch in peruanischen Händen liegt, wollen wir keineswegs die Verbundenheit mit unserem Mutterhaus und Euch allen missen. Im Gegenteil, wir freuen uns immer über das rege Interesse, das unserer Mission hier entgegengebracht wird. Und natürlich sind wir auch sehr dankbar für die vielfältige Unterstützung, sowohl finanzieller Art, ohne die wir vieles nicht oder nur in begrenztem Maß unternehmen könnten, als auch durch das Gebet, denn an Gottes Segen ist alles gelegen. Allen ein recht herzliches Vergelt’s Gott dafür!
Die Schwestern in Peru hatten sich für das Regionalkapitel das Motto gewählt: „Unidas a Jesús caminamos en confianza y reconciliación“ – „Vereint mit Jesus gehen wir unseren Weg in Vertrauen und in Versöhnung“.
Die Schwestern aus den einzelnen Konventen schreiben selbst:
Grüße aus Maria Goretti (PDF 225KB)
Grüße aus Huanuco (PDF 400KB)
Grüße aus Cieneguilla (PDF 265KB)
Grüße aus Salamanca (PDF 145KB)
Grüße aus Chimbote (PDF 181KB)
Grüße aus Sta. Anita (PDF 124KB)
Schon seit Jahren werden wir in unseren Werken durch junge Leute aus Deutschland unterstützt, die freiwillig als „Missionare auf Zeit“, MAZler im Fachjargon, einige Monate ihrer Zeit opfern, um sie in den Dienst hilfsbedürftiger Menschen in Peru zu stellen, aber andererseits auch selbst bereichert zurückzukehren.
Hier ein Bericht aus diesen Stationen (PDF 141KB).
Nachdem wir einen Blick tun konnten auf unsere verschiedenen Wirkungskreise, möchten wir nun mit einem herzlichen Danke abschließen. Dank Euch allen, die Ihr uns mit Eurem Interesse, Gebet und auch tatkräftiger Unterstützung begleitet habt dieses Jahr. Dank vor allem Gott, der überall auf unseren Wegen mit uns war, und wie wir vertrauen, auch weiterhin an unserer Seite sein wird, auch wenn die Zeiten nicht immer rosig aussehen. Doch, wie das Motto des Papstbesuches in Deutschland sagte: „Wo Gott ist, da ist Zukunft“.
In diesem Sinne wünschen wir Euch und Euren Familien ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest, sowie Gottes Nähe und Schutz auch im neuen Jahr, und grüßen in dankbarer Verbundenheit
Eure Vierzehnheiliger Franziskusschwestern aus Peru
Brief gesamt (PDF 1MB)




