Aktuelles


Santiago 2009 - Franziskanisches Treffen

Die TeilnehmerInnen aus Deutschland

auf nach Santiago

unsere Unterbringung

auf dem Camino

Cruz del Ferro

unterwegs

auf dem Camino

Ankunft in Santiago

Einzug der 1000 jungen Leute

die Kathedrale

beim Frühstück

unsere Verpflegung

viva la fiesta

Tag der Versöhnung in Muxía

Vom 9. bis zum 15. August 2009 kamen aus ganz Europa FranziskanerInnen mit Gruppen junger Erwachsener nach Spanien, um dort zuerst ein Stück des Jakobsweges zu gehen und dann gemeinsam einige Tage in Santiago zu verbringen.
Insgesamt waren wir 1000 franziskanische PilgerInnen, davon 21 aus Deutschland. Am 8. August gegen 16:00h gestartet kamen wir am 9. August nachmittags in León an. Von zahlreichen Volunteers in gelben Westen wurden wir begrüßt und jeder bekam einen Pilgerrucksack mit T-Shirt, Pilgerausweis, Pilgerbuch, Liederbuch und Lutscher. Dann bezogen wir die Turnhalle, in der wir insgesamt etwa 250 PilgerInnen waren. Die 1000 Neuankömmlinge waren nach Ländern in 4 Gruppen eingeteilt, die von verschiedenen Punkten auf Santiago zu pilgerten.

Zwei Tagesetappen ließen etwas von der besonderen Atmosphäre des Jakobsweges erfahren - einigen wurde hier bewusst, dass sie eines Tages eine größere Strecke des Weges gehen wollen - anderen wiederum, dass die Belastung für sie zu groß ist. Zahlreiche kleinere Verletzungen wurden unterwegs versorgt - für den Notfall war eine Ärztin in Bereitschaft verfügbar.
Im Anschluss an die Etappen bestand die Möglichkeit, die schönen gotischen Kirchen zu besichtigen, Schwimmen zu gehen oder sich einfach mal auszuruhen.

Unser Generalminister Jose Rodriguez Carballo sagte hier und dort den Gruppen ein herzliches Willkommen in seiner Heimat zu. In Sprachgruppen eingeteilte Katechesen gaben Gelegenheit, etwas vom Evangelium und vom franziskanischen Geist anzusprechen und darüber in Austausch zu kommen. Wir als deutsche Gruppe waren mit den Österreichern zusammen - eine gegenseitige Bereicherung. Im Anschluss an die Katechese feierten wir gemeinsam mit der ganzen Gruppe Eucharistie.

Am 12. August kamen wir am Monte de Gozo an, dem Berg der Freude, von dessen Höhen man die Kathedrale in Santiago sehen kann. Generalminister Jose Rodriguez Carballo begrüßte hier die aus den Gruppen zusammengekommenen PilgerInnen und bekam Pilgerstab, Rucksack und Schuhe überreicht. In seinem Begrüßungswort sagte er, dass jetzt nach den Tagen auf dem Pilgerweg, in Santiago insbesondere die Reise nach Innen beginne und sich jeder dafür Zeit nehmen solle.

Die Stimmung war großartig als alle Gruppen zusammenkamen. Tausend junge Leute feierten und tanzten und immer wieder ertönte das Mottolied „Like Francis“. Das Lied fordert auf, unseren Glauben zu leben und so Europa wieder aufzubauen. Strophen in allen Sprachen und ein verbindender englischer Refrain ließen das Lied zu einem stetigen Ohrwurm werden und selbst „Tanzmuffel“ konnten zuletzt die Choreographie mittanzen.

Vom Monte de Gozo brachen wir in der Mittagshitze auf nach Santiago. Die letzten 5 km gingen wir wieder zu Fuß, nachdem wir zwischendurch größere Strecken mit Bussen zurückgelegt hatten. Mit großem Jubel und fröhlichem Treiben zogen wir auf dem Vorplatz der Kathedrale ein, wo wir von galizischen DudelsackspielerInnen empfangen wurden. Nach der Begrüßung durch den Provinzial von Santiago bezogen wir unser Quartier für die kommenden Tage in einer großen Schule. An diesem und am folgenden Abend gestalteten die Klarissen in ihrem Konvent in Santiago eine Anbetung. Auch dies war wieder ein bewegender Moment, als die Schwestern, die in der ersten Etage hinter dem Kirchenschiff ihren Bereich für den Gottesdienst haben, beim letzten Gebet das Mottolied mitsangen und mittanzten. Nach und nach drehten sich alle PilgerInnen zu ihnen um und wir tanzten und begrüßten uns gegenseitig sehr herzlich. Am Abend hielten wir in der eigens für uns geöffneten Kathedrale mit dem Ortsbischof Vigil und besuchten daraufhin das Grab des Apostels und umarmten seine Statue als Zeichen der Verbindung mit Christus. Damit reihten wir uns ein in die jahrhunderte alte Tradition der vielen PilgerInnen vor uns.

Am nächsten Tag hörten wir eine charismatische Ansprache von Mons. Oscar Maradiaga aus Honduras und ein bewegendes Zeugnis vom Gottvertrauen durch Elfriede, eine österreichische Teilnehmerin. Selbst im Rollstuhl sitzend gab sie mit ihrer vertrauensvollen und fröhlichen Art den Menschen in ihrer Umgebung Kraft und Freude und war eine Bereicherung für das ganze Treffen!  Sie sprach davon, dass sie den Weg nach Spanien und auf dem Camino nie alleine geschafft hätte, doch Gott habe Ihr Engel geschickt und damit gezeigt, dass er für sie sorge. Dies würde er aber nicht nur für sie, sondern für alle tun. 

Nach einem Markt der Möglichkeiten in den Straßen Santiagos, mit Zauberern, Jongleuren und Kabarettisten, fand am Abend ein Festival statt. Jedes Land stellte sich mit einem Lied, einem Tanz oder einer anderen Darbietung vor. So wurde die kulturelle Vielfalt Europas auf eine ganz besondere Weise sichtbar.

Am 14. August fuhren wir nach Muxía an das „Ende der Welt“. Dort bestand die Möglichkeit, im Atlantik zu baden und Jakobsmuscheln zu suchen. Anschließend fand ein Versöhnungsgottesdienst statt mit einer symbolischen Händewaschung im Atlantik und einem etwa 3 km langen Schweigeweg zum Heiligtum. Wieder ein bewegender Moment: 1000 junge Menschen, schweigend unterwegs, mit einem Stein in der Hand, der das symbolisierte, was uns belastet und was wir an Schuld mit uns tragen. In Muxía angekommen verteilten sich die Priester auf den Hügeln am Meer und boten die Gelegenheit zur Beichte an, die auch rege wahrgenommen wurde. Im Anschluss an die Beichte gingen viele hinab ans Meer, um dort ihren Stein in die Tiefe zu werfen - beeindruckende Bilder, die in Erinnerung bleiben werden.
Mit charismatischen Liedern und einem Festival fand der letzte Abend sein Ende.

Am nächsten Morgen feierten wir gemeinsam in der Franziskanerkirche mit dem Generalminister den Abschlussgottesdienst, an dessen Ende der Ort des nächsten Treffens bekanntgegeben wurde: Der St. Anna Berg in Polen!
Auch dort wird es wieder die Möglichkeit geben, viele Brüder und Schwestern und franziskanische PilgerInnen aus ganz Europa kennenzulernen, miteinander den Glauben zu vertiefen und zu teilen!

Br. René Walke, Sr. Franziska Dieterle, Br. Johannes Küpper