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Schwester Wasser

Grenzübergreifende Wasservorkommen

Ohne Wasser können Mensch, Tier und Pflanze nicht überleben. Die Erde ist ein Planet des Wassers: Nur 29 Prozent der Gesamtoberfläche sind Festland, mehr als zwei Drittel Ozeane.
Dennoch steht Wasser nicht im Überfluss zur Verfügung, denn von den rund 1,36 Milliarden Kubikkilometern Wasser sind 97,5 Prozent Meerwasser, nur 2,5 Prozent der Gesamtmenge sind Süßwasser. Der weitaus größte Teil dieses Süßwassers ist in den Eiskappen der Pole und den Gletschern der Hochgebirge gebunden, nur knapp 0,3 Prozent des Süßwassers kommen in Seen und Flüssen vor. Die dem Menschen insbesondere für die Trinkwasserversorgung zur Verfügung stehende Wassermenge ist somit vergleichsweise gering. Zudem ist das kostbare Nass sehr ungleich auf der Erde verteilt.
In wasserreichen Gegenden wie bei uns in Deutschland strömt Wasser scheinbar endlos aus dem Wasserhahn. Allerdings ist auch hier das Angebot an Wasser, insbesondere an sauberem Trinkwasser, nicht unerschöpflich. Und: Über unseren Konsum beanspruchen wir Wasservorkommen weltweit.

 

Wie hoch ist unser Wasserverbrauch?

Etwa 125 Liter verwendet jeder Deutsche pro Tag zu Hause, um Bedürfnisse wie Essen, Trinken, Wäschepflege etc. zu befriedigen. Doch die Wassernutzung im Haushalt ist minimal im Vergleich zu dem Wasserbedarf, den unser Konsum verursacht: Pro Tag und Person sind mehr als 4.000 Liter notwendig, um die Produkte herzustellen, die jeder Deutsche im Schnitt täglich konsumiert. Denn: Kaum ein Produktionszweig kommt ohne Wasser aus.

 

Wasserfußabdruck:
Vergleich des Wasserverbrauchs verschiedener Länder

Der Wasserfußabdruck eines Landes gibt wieder, wie viel Wasser – im Land selbst und anderswo – für die konsumierten Waren und die häusliche Verwendung beansprucht wird. Der durchschnittliche Wasserfußabdruck weltweit liegt bei 1.240 m³ pro Kopf und Jahr. Deutschland hat einen Wasserfußabdruck von 1.545 m³ pro Kopf und Jahr, das entspricht 4.230 Litern pro Tag. Obwohl Deutschland ein relativ wasserreiches Land ist, wird mehr Wasser importiert als exportiert. Ein wesentlicher Grund hierfür ist der hohe Lebensstandard, wobei insbesondere der Fleischkonsum und die intensive Nutzung von Industrieprodukten von Bedeutung sind.
Die Summe aller nationalen Wasserfußabdrücke ergibt den globalen Wasserfußabdruck. Dieser beträgt 7.450 Mrd. m³ pro Jahr. Mit 86 Prozent haben Nahrungsmittel und andere landwirtschaftliche Produkten den größten Anteil daran.

 

Was kann der Verbraucher tun?

Unser Wasserfußabdruck hängt letztlich davon ab, welche Waren wir konsumieren und wie häufig wir diese nachfragen. Ob Kleidung oder Unterhaltungselektronik – für den Kauf von Konsumgütern sollte gelten: Qualität statt Quantität. Eine wichtige Rolle spielt auch die Gebrauchsdauer, denn es nutzt wenig, wenn Gegenstände vorzeitig ausgemustert werden. Beispielsweise sind in Deutschland etwa 130 bis 140 Millionen Handys in Umlauf, die Geräte werden im Schnitt 18 bis 24 Monate genutzt und dann durch ein neues Modell ersetzt. Würde man ein Handy ein Jahr länger verwenden, könnte etwa ein Drittel des virtuellen Wassers eingespart werden.
Bei der Ernährung beispielsweise können wir unseren Wasserverbrauch verringern, indem wir den Fleischkonsum reduzieren und saisonales Obst und Gemüse aus der Region bevorzugen. Auch ökologisch erzeugte Produkte sind aufgrund der überwiegend geschlossenen Rohstoffkreisläufe und der geringeren Schadstoffeinträge empfehlenswert.

 

Verantwortungsvoller Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser

• Wasserverbrauch beim Einkauf:

Durch unser Konsumverhalten beanspruchen wir Wasserressourcen weltweit. Vieles, was hergestellt und verkauft wird, ist unnötig oder wird vor Ende der Lebensdauer ersetzt. Auf diese Weise werden große Mengen an Wasser und Rohstoffen verschwendet. Wer bewusst und verantwortungsvoll einkauft, trägt dazu bei, dass in Regionen der Erde, in denen Wasser teilweise bereits heute eine knappe Ressource ist, Wasser eingespart wird.

 

• Wasserverbrauch im Haushalt:

Trinkwasser sollte nicht verschwendet werden, auch wenn Wassersparen seine Grenzen hat. Bei der Neuanschaffung von Wasch- und Spülmaschine sollte man auf einen niedrigen Wasser- und Energieverbrauch achten und vorhandene Geräte möglichst voll beladen. Beim Duschen wird deutlich weniger Wasser benötigt als bei einem Vollbad. Unnötig viel Wasser wird verbraucht, wenn Gemüse oder Geschirr unter fließendem Wasser gewaschen werden oder wenn Wasserhähne und Spülkästen defekt sind.

 

• Wasserbelastungen vermeiden:

Alles Wasser, das wir benutzen, wird zu Abwasser. Je stärker das gebrauchte Wasser verunreinigt ist, desto aufwendiger und kostenintensiver muss es wieder aufbereitet werden. Jeder kann dazu beitragen, den Verschmutzungsgrad und Schadstoffgehalt des Wassers möglichst gering zu halten, indem beispielsweise Wasch- und Reinigungsmittel sparsam dosiert werden. Besonders wichtig: Abfälle wie Essensreste, Altöle, Chemikalienreste oder Medikamente gehören nicht ins Abwasser!

 

• Umgang mit Regenwasser:

Infolge zunehmender Flächenversiegelung können Böden weniger Wasser aufnehmen und speichern. Dies führ dazu, dass die Grundwasserneubildung eingeschränkt ist und Regenwasser schnell und in großen Mengen in die Kanalisation und die Flüsse abfließt. Maßnahmen wie Regenwasserversickerung, Entsiegelung oder Dachbegrünung können diesen negativen Begleiterscheinungen entgegenwirken.

 

zusammengestellt von Sr. Dorothea Köhler und Sr. Franziska Dieterle

Tipps zum Wassersparen