Nur eine Stunde in der Woche

Vom 29. April bis 01. Mai 2016 fand wieder ein Treffen unserer Weggemeinschaft im Mutterhaus der St. Franziskusschwestern statt. Aufgrund dienstlicher Verpflichtungen als Arzt, Polizist und Krankenschwester war unser Teilnehmerkreis erstmals kleiner. Guten Mutes und mit allen „auswärtigen“ Weggefährten in Gedanken und Gebet vereint, hielten wir an unserer Tagesordnung fest und gestalteten ein spirituelles und inspirierendes Wochenende.

Als Gast begrüßten wir Frau Kerstin Meinhardt, Redakteurin der Zeitschrift „Franziskaner“. Sie verbrachte das gesamte Wochenende mit uns, um einen Bericht über unsere kleine geistliche Gemeinschaft zu schreiben.
Beim Bibelteilen am Samstagmorgen setzten wir uns mit dem Sonntagsevangelium (Joh 14, 23-29) auseinander. „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“ – diese Worte berührten wohl am meisten. In der Diskussion um den eigenen inneren Frieden kamen wir immer wieder auf Impulse von Br. Leopold Mader OFM Conv. zurück, die er uns beim Februar-Wochenende in Oberzell mitgegeben hat. Wir empfinden auch heute noch große Dankbarkeit für diese Tage  - die Inhalte haben uns in der Tiefe berührt.

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war das gemeinsame Studium und der lebendige Austausch zu unserer Lebensweise. Wie aktiv beteiligen wir uns an der Gestaltung der Kirche? Wie leben wir Solidarität mit den Benachteiligten der Gesellschaft? Es war sehr interessant zu hören, wie sich der/die eine oder andere  im jeweiligen persönlichen Umfeld einbringt:
Einem Menschen einfach nur Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken – ob einem Alten, Kranken, Sterbenden, einem Asylsuchenden oder einem Kind – mit ganz wenig Einsatz –bewirkt viel Gutes  – und es wirkt auf mich zurück. Angenommen, jede/r von uns würde jede Woche eine Stunde Zeit schenken – was könnte da wachsen an Toleranz, Akzeptanz und Verständnis …
Ich bin nach Hause gefahren mit dem Impuls, noch mehr zu tun. Franziskus war ein Mann der Tat. Wenn er heute leben würde, er wäre mit seiner Leidenschaft und seiner Liebe bei den Menschen am Rand… ein leiser Anruf an mich, genau das zu tun.

Große Freude hatten wir an der Vesper, die wir gemeinsam mit den Schwestern des Mutterhauskonventes gestaltet und gesungen haben. Aus besonderem Anlass eines runden Geburtstages erfreuten wir den „Jubilar“  (Max, Du gehörst nun zu den Honoratioren)  und  die Schwestern nach einem gemeinsamen Abendessen mit einem Sonderprogramm: ein Engel und Teufelchen resümierten über den Sinn des Altwerdens… und überreichten einen sehr speziellen Kuchen… (nur für Eingeweihte :-)!)
Am Sonntagmittag waren wir uns wieder alle einig: ein sehr gelungenes Wochenende, aus dem wir Kraft für unsere Aufgaben an unseren Wohnorten schöpfen. Durch lebhafte Diskussionen und intensive Gebetszeiten sind wir uns wieder näher gekommen – und haben unsere Weggemeinschaft gefestigt. – Tja und Frau Meinhardt vom „Franziskaner“ war auch ganz zufrieden – sie hätte Material für ein ganzes Buch und nicht nur für einen Artikel….

Uta Fielitz - Weggemeinschaft
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