Bruder Franziskus

Auf Einladung unserer Weggemeinschaft besuchte Bruder Niklaus Kuster OFMCap am vergangenen Wochenende das Mutterhaus in Vierzehnheiligen. Bruder Niklaus ist Franziskaner, der im Kapuzinerkloster in Olpen in der Schweiz lebt. Er lehrt franziskanische Spiritualität in mehreren Ländern und ist Autor vieler Bücher über Franz von Assisi. Er verbindet immenses Fachwissen mit einer sehr anschaulichen Sprache, der Sprache eines „Wanderbruders.“
Wie lebt man franziskanische Spiritualität? Das ist eine Frage, die uns Weggefährten immer wieder aufs Neue beschäftigt. Bruder Niklaus nahm Schwestern, Weggefährten und Mitarbeiter in seinem Impulsvortrag mit auf die Reise ins Assisi des Mittelalters. Wir verfolgten den Lebensweg von Franziskus und durften in seinen Handschriften etwas erahnen von seinen Beweggründen und Gotteserfahrungen.
Im anschließenden Workshop erkannten wir, dass uns franziskanische Laien und die Ordensleute viel mehr verbindet als trennt. Auch im Kloster stellen sich die Schwestern immer wieder die Frage: „Wie leben wir Armut?“ Im Arbeitsleben ist Gehorsam zum Beispiel genau so gefordert wie im Kloster. Immer geht es um Liebe, Aufmerksamkeit und Verantwortung für sich und die Gemeinschaft.
„Armut bedeutet nicht, wenig zu haben. Es bedeutet das Wenige zu teilen“. Das ist eine Antwort von Bruder Niklaus auf unsere Fragen, die er anhand von Beispielen aus seinem Alltag verdeutlichte. Ein anderer Impuls war: „Wenn du dir wenig gönnst, kannst du auch nicht teilen“. Das ist keine Aufforderung zu Völlerei oder Konsumsucht. Es geht um   Eigenverantwortung und Gemeinschaftssinn, um Interesse und Liebe zu sich selbst und zur Gemeinschaft, in der wir leben - egal ob Familie, Arbeitskollegium oder Konvent.
Bruder Niklaus erfrischte uns in seiner lebendigen und lebensnahen Art – mit ihm wurde Franziskus im Mutterhaus lebendig. Viele interessante Gespräche fanden in den Pausen, in den Morgen- und Abendstunden statt. Besonders am Samstagabend drang herzliches und lautes Lachen durch die Klostermauern – es war ein schönes Miteinander.
Am Sonntagmorgen begleitet uns Bruder Niklaus in die Basilika zum Gottesdienst. Eine wunderbar geschmückte Kirche, herrliche Orgelmusik, das Wort Gottes und eine Predigt zum Halleluja erfreuten Geist und Seele. Ein Schweizer lernte so die Franken ganz neu kennen – als Geld in der Tasche kennt er seine Franken ja schon.
In der abschließenden Zusammenkunft fassten wir unsere Eindrücke und die bewegendsten Momente noch einmal zusammen: ein wunderbar gelungenes Wochenende mit tiefen spirituellen Einsichten, viel Wissen, herzlicher Gemeinschaft, Freude an der Gemeinschaft und am Leben – Gott sein Dank!

 

Über 50 Schwestern, Weggefährten und Mitarbeiter folgten die sehr lebhaften Ausführungen von Bruder Niklaus.

Die Kerze der Weggemeinschaft.

Im gemeinsamen Workshop von Schwestern und Weggefährten.

Als Gesprächspartner war Bruder Niklaus immer gefragt.

Es wurde natürlich viel gelacht.

Bruder Niklaus signiert einige seiner Bücher.

Gemeinsam besuchten wir den Gottesdienst in der Basilika.

Gruppenbild mit vor der Basilika in ausgelassener Freude über die wunderbaren Begegnungen.

 
Fotos und Text: Uta Fielitz
Weggemeinschaft
eingestellt: 2017-05-03 srk
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