Jetzt 60 Plätze für Frauen, die Erholung brauchen
Der Erweiterungsbau der Klinik St. Marien in Wertach ist fertig – neuer Geschäftsführer will Haus bekannter machen
Wertach – Vier Frauen sitzen auf der Terrasse der Klinik St. Marien in Wertach und genießen die Sonne und den schönen Ausblick auf die Berge. Sie sind hier in der Vorsorge- und Rehaeinrichtung, um sich vom Familienalltag zu entspannen. „Wir brauchen Ruhe vom Stress zu Hause“, sagt eine von ihnen, 36, aus der Nähe von Dortmund. Die alltäglichen Sorgen, die Familie, der Partner, Streitereien – das alles habe sie in letzter Zeit viel Kraft gekostet, erzählen die Frauen. Das Besondere an ihrem Aufenthalt in St. Marien: „Hier geht es nur um uns – normalerweise stehen immer die Kinder im Vordergrund.“ Allein die lange Reise hierher sei für sie schon entspannend gewesen, erzählt eine 36-Jährige vom Niederrhein.
Die vier Mütter sind rechtzeitig in Wertach angekommen, um die Fertigstellung des Erweiterungsbaus mitzuerleben. Der neue Gebäudekomplex beherbergt „zwölf neue, schöne Zimmer“, wie Generaloberin Christine Köberlein erzählt, außerdem Funktionsräume wie Gymnastik-, Werk- und Aufenthaltsräume. Mit dem Neubau bietet die Klinik nun 60 Plätze an. Allerdings, erklärt Einrichtungsleiterin Schwester Hildegard Braun, werde es noch ein paar Wochen dauern, bis die Zimmer komplett bezugsfertig und eingerichtet sind. Sie freut sich, dass der Bau innerhalb des gesteckten Zeitplans über die Bühne gebracht werden konnte.
Erleichtert ist auch eine 27-jährige Patientin aus Villingen-Schwenningen, die vom Baulärm der letzten Tage nicht gerade begeistert war: „Ich freue mich jetzt auf die Ruhezeit.“ Wertachs Pfarrer Franz Reiner nahm in Anwesenheit vieler Gäste die Segnung des neuen Gebäudes vor.
Bei dieser Gelegenheit stellte sich auch der neue Geschäftsführer der Klinik, Dirk Kuschmann, vor. Wie ausführlich berichtet, steht die Wertacher Einrichtung seit Kurzem unter der Geschäftsführung der Pfrontener St.-Vinzenz-Klinik, deren Chef Kuschmann ist. Der Oberallgäuer möchte in nächster Zeit vor allem am Image der St.-Marien-Klinik arbeiten: „Die Einrichtung soll bekannter werden. Hier wird gute Arbeit geleistet, die Lage ist schön – das wollen wir stärker nach außen tragen.“ Gearbeitet werden soll zum Beispiel auch am Internetauftritt, erzählt Kuschmann. Er und sein Assistent Christoph Köpf werden künftig zu festen Zeiten in Wertach sein.
Auch wenn die Klinik (noch) nicht allzu bekannt ist – einen guten Ruf hat sie allemal: „Ich bin hierher gekommen, weil die Kritiken im Internet so gut sind“, sagt die Patientin aus der Nähe von Dortmund. Sie freut sich schon auf die nächsten Tage, wenn sie es sich rundum gut gehen lassen kann. (rio)
Erschienen am Sa, 10. Juli 2010 in der Oberallgäuer Zeitung

