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Giraffen im Mutterhaus

Welche Assoziation haben manche Schwestern, wenn sie an eine Giraffe denken?

Am letzten Märzwochenende 2009 füllte sich wieder einmal das Mutterhaus. Zum einen trafen unsere Mitglieder der Weggemeinschaft ein, um sich auf eine gemeinsame Assisifahrt vorzubereiten. Darüber hinaus aber interessierte sich eine Gruppe von 28 Schwestern für das Angebot „Reden von Herz zu Herz“. Schon im vergangenen Jahr wurde dieses Angebot von 20 Schwestern angenommen. Heuer trafen sich etliche Teilnehmerinnen des vorigen Jahres mit Schwestern, die letztes Mal  nicht daran teilnehmen konnten. So kamen 28 Schwestern zusammen, davon drei aus anderen Ordensgemeinschaften.
Hinter dem Ausschreibungstitel verbirgt sich ein Kommunikationsmodell mit dem offiziellem Titel: „Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg“. Mit Frau Doris Schwab, einer zertifizierten Trainerin für GfK n. Marshall B. Rosenberg und ihrem Gatten Kurt Schwab sowie Luise Ruisch als Assistent/in waren wir in besten Händen.

Während die Teilnehmerinnen des letzten Jahres vertiefend ihre Erfahrungen teilten, wurde den „Neulingen“ die Theorie dieser Kommunikationsform vorgestellt. Mit ganz einfachen Bildern lässt sich ganz viel ausdrücken. So steht der Wolf für alles, was das Miteinander-reden schwer macht und die Giraffe für gute Kommunikation. Aber es bleibt beileibe nicht nur bei leicht erlernbaren Kommunikationstricks – hier geht es im Grunde genommen um eine bewusste innere Haltung sich selbst und den anderen gegenüber. 
Schnell wurde uns klar, dass wir in unserer Umgangssprache nur einen ganz kleinen Wortschatz einsetzen, um Gefühle auszudrücken. Auch das Reden über Bedürfnisse ist entweder tabu oder es ist verkümmert – auf jeden Fall ist es nicht geübt.
„Reden von Herz zu Herz“ meint eine gute Kommunikation in 4 Grundschritten:
1. Beobachtung
2. Gefühle
3. Bedürfnisse
4. Bitte
In Fallbeispielen übten wir Dialoge und entdeckten schnell die „Wolfswelt“ in uns. Wir analysierten z. B. unsere Ausdrucksform für Beobachtungen und grenzten klar ab von Urteil, Diagnose, Wertung und Vorwurf – das ist manchmal gar nicht so einfach.
Im weiteren Verlauf setzte Fr. Schwab zusammen mit ihrem Team kurzweilige und unterhaltsame Methoden ein und stabilisierte dadurch das positive Grundgefühl, das die Schwestern mitgebracht hatten, obwohl das Üben auch an die eigenen Grenzen führte.

RP


An Doris Schwab, Kurt Schwab und Luise Ruisch ging in der Feedbackrunde ein großer Dank. Sie führten die große Gruppe professionell durch dieses Wochenende.
Die Generaloberin Sr. Christine Köberlein lobte zum Abschluss die Schwestern, denn sie beweisen hohes Engagement, mit dem Ziel um ein gutes Miteinander in den Konventen und im Lebensumfeld. Ein Treffen im Jahr 2010 ist bereits beschlossene Sache.

Über die Kommunikationsform „Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg“ kann man im Internet www.gewaltfrei.de nachlesen.