Können sie sich vorstellen, aus dem Kloster wieder auszutreten?
Nein.
Ich fühle mich hier sehr wohl, bin glücklich und überzeugt, meinen Weg gefunden zu haben.
Allerdings weiß ich nicht, was Gott mit mir vorhat. Wenn er eines Tages der Meinung ist, mich wo anders zu brauchen, werde ich dies hoffentlich merken.
Ein Austritt aus dem Kloster ist jederzeit möglich. Je länger eine Schwester schon dabei ist, desto schwerer wird es für sie (in ihr drin) und desto größer ist der bürokratische Aufwand.
Das Noviziat gilt sowieso als Probezeit. Ab der ewigen Profess muss bei uns der Erzbischof dem Austritt zustimmen (in anderen Gemeinschaften, die keine Diözesankongregation sind, muss ein Antrag nach Rom geschickt werden). Auch kümmert sich die Kongregation um die ausgetretene Mitschwester, bis sie außerhalb der Gemeinschaft wieder Fuß gefasst hat. Schwerer noch ist der Weg zur inneren Entscheidung der Schwester. Schließlich wirft sie mit einem Austritt eine Lebensentscheidung über den Haufen und stellt ihr bisheriges Leben in Frage. Oft ist mit einem Austritt auch eine Glaubenskrise verbunden. Das alles stelle ich mir sehr schmerzhaft und schlimm vor. Wenn ich darauf schaue, wie lange ich gebraucht habe, bis mir bewusst war, dass ich in einen Orden eintreten will, will ich gar nicht wissen, wie lange es umgekehrt dauert.
Jede Schwester hat heute bis zur ewigen Profess rund sieben Jahre Zeit, es sich zu überlegen. Davon sind vier Jahre unter „Originalbedingungen“. Allerdings weiß niemand, was in zwanzig Jahren in seinem Leben passieren wird. Vielleicht trifft eine Schwester dann ihren Traummann...
