FAQs



Wann haben sie sich entschlossen Nonne zu werden? War es schon ein Kindertraum? Aus welchen Gründen?

Als ich 12 oder 13 Jahre alt war, nahm ich an einem Wochenende über Franziskus teil, das in unserer Pfarrei stattfand. Seit damals fasziniert mich der Heilige Franziskus von Assisi, sein Leben, sein Staunen, sein Glauben,...
Aber deshalb wollte ich nicht gleich in ein Kloster eintreten. Ich konnte ja auch ohne Kloster versuchen, franziskanisch zu leben. Das machen viele (junge) Leute.
Lange Jahre, begleitete mich der Gedanke an ein Leben in einer Ordensgemeinschaft. Ordensleben ist eine Lebensform, wie auch eine Ehe oder Familie oder Singledasein.

1999 raffte ich mich auf, um endlich einmal diesem Gedanken nachzugehen. Ich schrieb verschiedene Frauengemeinschaften an und bat um Informationsmaterial. Noch bevor ich geantwortet hatte, fiel mir eine Einladung zu einem „Berufungsjahr“ in die Hand. Das ist ein Angebot der Diözesanstelle für geistliche Berufe. Acht Monate lang traf sich eine Gruppe junger Leute, die auf der Suche nach einem Sinn in ihrem Leben waren, oder die sich einfach mal orientieren, ihr Leben sortieren oder herausfinden wollten, was sie als Nächstes machen (beruflich, privat..). Ich nahm daran teil und fuhr deshalb zum ersten Wochenende nach Vierzehnheiligen. Die Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen waren Gastgeber und hatten sonst nichts weiter mit unserer Gruppe zu tun. Als ich das Haus betrat, fühlte ich mich sofort daheim.

In diesen acht Monaten klärte sich in mir der Wunsch und reifte die Sehnsucht, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten – in eine franziskanische selbstverständlich. Da es mir im Mutterhaus in Vierzehnheiligen so gut gefiel, nahm ich Kontakt mit der zuständigen Schwester auf. Ich blieb dann mal eine Nacht länger dort, fuhr in meiner Freizeit oft nach Vierzehnheiligen und eines Tages machte mich eine junge Frau aus unserer Gruppe aufmerksam: „Du hast dich ja schon entschieden in Vierzehnheiligen einzutreten. Dir geht es jetzt nur noch um den Zeitpunkt.“ Sie hatte recht, doch war es mir bis dahin nicht bewusst.

Der Zeitpunkt war dann schnell gefunden. Noch im Herbst begann ich mein PRÄPOSTULAT- das ist eine Zeit, in der ich schon zur Gemeinschaft gehöre, aber noch außerhalb wohne, in meinem Beruf arbeite (oder meine Ausbildung beende), und immer wieder ins Mutterhaus komme. Diese erste Kennenlernphase hat bei mir ein Jahr gedauert.

Am 4. Oktober 2001 (dem Gedenktag des Hl. Franziskus) wurde ich ins POSTULAT aufgenommen – das dauert ein halbes Jahr, in dem ich schon im Mutterhaus wohnte und mitarbeitete.

Am Ostermontag 2002 hatte ich zusammen mit einer weiteren jungen Frau EINKLEIDUNG. Wir bekamen unser Ordenskleid mit einem weißen Schleier und unseren Schwesternnamen (selbst ausgesucht). Damit wurden wir ins NOVIZIAT aufgenommen. Das dauert zwei Jahre. Davon sind wir im ersten im Mutterhaus, haben auch Unterricht und sind in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Im zweiten Jahr wandern wir in einer Art Praktikum jeweils drei Monate durch einige unserer Filialen und sind dort eingesetzt.

An Ostern 2004 haben Sr. Franziska und ich unsere erste (oder zeitliche) PROFESS abgelegt. In den folgenden vier Jahren habe ich wieder als Gemeindereferentin gearbeitet und Sr. Franziska das Studium der Sozialen Arbeit aufgenommen.
Nach den vier Jahren Juniorat dürfen wir die Ewige Profess ablegen und erhalten als Zeichen dafür den Ring.

(Schau dazu auch mal unter: "Werdegang Schwester")

Es fällt mir schwer, Gründe für meinen Eintritt zu nennen. Nicht, dass es keine geben würde, aber sie lassen sich nicht in Worte pressen. Vielleicht ist Liebe das Wort, dass es am besten beschreibt. Rationale Gründe gibt es dafür nicht – das ginge nicht gut. Wenn jemand meint, er könne im Kloster vor irgendetwas in seinem Leben flüchten, hat er sich geirrt. Die Flucht gelingt, vermute ich, eher in einem Leben außerhalb des Klosters.

Es ist genauso so schwer zu erklären, wie ein Ehepaar erklären kann, warum es gerade den Partner geheiratet hat. Die Antwort: Liebe. Wenn diese Liebe echt ist, ermöglicht sie ihnen, ein Leben füreinander zu leben, alles was war, aufzugeben, wenn es der Liebe, der Ehe dient.
Ich spüre, dass ich meinen Weg gefunden habe. Ich bin glücklich und noch immer frisch verliebt