„Die Gegenwart ist die einzige Zeit,
die uns wirklich gehört“


                                   
                                 (Blaise Pascal)

 

 

Am Beginn des Neuen Jahres 2009 wünschen wir einander nur das Beste für die kommenden Wochen und Monate. Es ist immer eine gute Gelegenheit, auf das alte Vergangene zu schauen und gleichzeitig aber auch voller Hoffnung und Tatendrang das noch unbenutzte frisch vor uns liegende Jahr zu begrüßen.
Ich mache Pläne, trage eifrig Termine in den neuen Kalender ein und wälze bereits Urlaubsprospekte. Am Arbeitsplatz werden schon die freien Tage besprochen und ich ertappe mich bei dem Gedanken, was ich meinem Vater zum runden Geburtstag im Frühjahr schenken könnte. Da gibt es bereits fixe Termine des Sportvereins, diverse Einladungen und Ideen für Verschönerungen und Renovierungsarbeiten am Haus.

Sicherlich ist es ganz wichtig und gut, gewisse Planungen und Vorbereitungen bereits jetzt zu treffen. Ich kann nicht alles dem Zufall überlassen. Aber ein wenig hat mich der zitierte Kalenderspruch schon nachdenklich gemacht:
Im heutigen Tag liegt meine Aufgabe! Also, in der Routine des allmorgendlichen Frühstücks ein nettes Wort finden; auf der Fahrt ins Büro nur ein klein wenig schimpfen über den Raser, der mich so knapp überholt; Freude empfinden über die kurze Begegnung an der Stempeluhr -eine Kollegin, die ich lange nicht gesehen habe; dem nervigen Kunden auch nach dem dritten Anruf noch höflich (aber bestimmt) antworten und Auskunft geben; Gelassenheit bewahren, wenn der PC mal wieder abstürzt; auf der Heimfahrt im Auto gedanklich die Einkaufsliste durchgehen und überlegen, dass Kochen hin und wieder riesig viel Spaß macht, letztendlich aber alle jeden Tag etwas zu essen brauchen; Hausarbeit verrichten, Telefonate führen, Termine koordinieren, am Abend die Familie konstruktiv (oder auch nicht) streitend am Tisch - immerhin alle zusammen; dann vielleicht noch eine Stunde Entspannung beim Sport, ein Kinobesuch, Tagesausklang mit einem guten Buch...

Die Banalität des Alltags; das, was immer wiederkehrt, was ich fast automatisch tue, das ist mein Leben. Jeder einzelne Moment dieser Gegenwart gehört mir und ist etwas Besonderes.
Ich kann diesen Moment gestalten und werten und bin dafür verantwortlich, was daraus wird. Ich lebe meine Gegenwart und erfülle damit meinen Auftrag. Ich kann mich auf das Kommende freuen und in der Erinnerung schöner Stunden schwelgen, aber ganz ICH  bin ich nur JETZT.
Und was am Wichtigsten dabei ist: ich darf mich in meinem völlig unspektakulären Tun getragen wissen von der Liebe Gottes.
Für Gott bin ich in meiner Existenz und in meinem Handeln einzigartig und einmalig, an jedem Tag dieses Neuen Jahres und für alle Tage meines Lebens.
Mit Ihm darf ich den Augenblick wagen!

Beate Völker
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