Gemeinschaft

"Zeichen schauen wir nun,
Irdisches wird zum Bilde hier;
denn das kreisende Jahr
läßt nach des Winters Frost und Nacht
den Frühling die Erde für Ostern bereiten."

(aus einem Hymnus der Fastenzeit)

 

Die Fastenzeit hat begonnen. Eine besondere Zeit, die man OHNE etwas oder gerade MIT etwas erleben kann. Es wird viele Erfahrungen und Begegnungen geben, die gerade diese Fastenzeit zu etwas ganz besonderem machen.
Lasst uns diese Zeit mit Gott für uns zum Samenkorn machen, dass in der Erde ruht und langsam wächst und einen Keim hervorbringt. Vertrauensvoll reifen lassen, was bereits angelegt ist. Gottes Plan trauen, Geduld haben, Entwicklung ermöglichen und Zuversicht haben - auch wenn man nicht jeden Tag eine Veränderung sieht.

Viele neue Keime bringen viel neues Leben, das die Welt bereichert und bunter und vielfältiger macht. Gottes Schöpfung ist unendlich und wunderbar, ich bin ein Teil davon. Manches Samenkorn geht auch nicht auf, verfault gar in der Erde. Einige von uns machen gerade die Erfahrung, dass Wünsche und Hoffnungen nicht in Erfüllung gehen, dass Krankheit und Sterben ganz eng mit unserem persönlichen Alltag verbunden sind. Und sie machen die Erfahrung, dass Gemeinschaft in diesem Leid Halt und Unterstützung geben kann. Wir können stolz sein auf diese gegenseitige Unterstützung, die wir uns geben können. Gemeinschaft – miteinander gehen, Anteil nehmen, Nähe und Halt geben, Hoffnung schenken, füreinander beten, den Menschen im anderen sehen. So lebt Gott mit und in uns. So lebt Gottes Liebe unter und zwischen uns – aber nur, wenn wir es wollen und zulassen und nicht nur uns selber sehen.

Liebe wächst in uns und mit uns, zwischen uns und durch uns. Liebe allein geht das überhaupt? Ich bin davon überzeugt, dass Liebe nur wächst und gedeiht, wenn ich sie annehme, teile UND weitergeben – dass Liebe Gemeinschaft braucht, wie das Samenkorn den Schutz der fruchtbaren Erde.

Lasst uns diese Fastenzeit nutzen, um uns noch tiefer in Gottes Liebe einzulassen und mit Jesus zu gehen – unterwegs zu sein, zu lieben, zu heilen, zu beten, angeklagt zu sein, gepeinigt zu werden, zu zweifeln, zu sterben und mit ihm aufzuerstehen – gemeinsam.

Uta Fielitz, Weggemeinschaft
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