Johannisfeuer an vielen Orten

Geburtstag des Hl. Johannes des Täufers –
St. Johannes – Namen katholischer und evangelischer Kirchen
Johannes der Täufer, Patron der Pfarrgemeinden –
Namenstag so vieler Christen.

Johannes der Täufer, von dem Jesus sagt: „Jener war die Öllampe, die brennt und leuchtet.“ Und wir freuen uns, am entzündeten und vielerorts gesegneten Johannisfeuer zu sitzen, Gemeinschaft zu erleben, Beziehungen zu pflegen und „eine Zeitlang an diesem Licht uns zu erfreuen“ (Joh 5,35).

„Sein Name ist Johannes“ schreibt sein vorübergehend stumm gewordener Vater Zacharias auf ein Täfelchen und „er konnte Mund und Zunge wieder gebrauchen.“ (Lk 1,63)
Der Name Johannes bedeutet „Gott ist gnädig“. Johannes steht als „Brückenheiliger“ zwischen dem Alten und Neuen Testament, als auserwählter Vorläufer Jesu, als demütiger Wegbereiter, als die „rufende Stimme in der Wüste“. Er, der „mit dem flammenden Ruf zu einer neuen Weise des Denkens und Tuns“ (aus „Jesus von Nazareth“, Papst Benedikt) „dem ganzen Volk Umkehr und Taufe verkündigt hat.“ (Apg 13,24)
Mit dem einfachen Leben in der Wüste, mit der Begeisterung und Glut seines Herzens, mit dem Feuer seiner Predigt beantwortet er seine Sendung:
„Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht nach  mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füssen zu lösen ich nicht wert bin“. (Apg 13,25)
Die Ankündigung des Größeren erfüllt sich als Jesus kam, um sich von Johannes taufen zu lassen. (Mt 3,14f) Johannes wollte es nicht zulassen und sagte zu Jesus: „Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?“ Jesus antwortete „Lass es nur zu!“

„Lass es nur zu!“ die Beziehung zu mir! „Lass es nur zu!“ die Willensgemeinschaft mit dem Vater.
„Lass es nur zu!“, dass die Schuld der Menschen im Hinuntersteigen in den Jordan auf meine Schultern gelegt wird.

„Lass es nur zu!“, sagt der Herr auch zu uns, die wir im Vater unser beten: „Dein Wille geschehe!“
„Lass es nur zu!“, den Lebensweg, den du dir anders vorgestellt hast, weiterzugehen.
„Lass es nur zu!“, das unabänderliche Leid und Kreuz deines Lebensweges zu tragen.
„Lass es nur zu!“, wenn Zweifel deinen Glauben erschüttern und du dann den tieferen Glauben erfahren darfst.
„Lass es nur zu!“, wenn berechtigte Wünsche unerfüllt bleiben und deine Pläne durchkreuzt werden.
„Lass es nur zu!“, wenn ein Bruder, eine Schwester dich um Verzeihung bittet und einen neuen Anfang setzt.
„Lass es nur zu!“, wenn dich sein Wort der Liebe trifft und du den Weg der Umkehr erkennst und die Verheißung seiner heilenden Gegenwart erahnst.

Schw. Engelharda Braun, Obertrubach
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