Kein gewöhnlicher Empfang

Fast täglich werden uns am Bildschirm rauschende Empfänge, politische Empfänge, diplomatische Empfänge, u.a. gezeigt. Am Palmsonntag nimmt uns die Kirche in ihrer Liturgie mit hinein in einen ungewöhnlichen Empfang: den Einzug Jesu in Jerusalem

Jesus braucht keine Privilegien, keine Limousine – er reitet auf einem Esel hinein in die Stadt Jerusalem. Das machten damals tagtäglich viele Andere ebenso, besonders die Händler. Aber Jesu Einzug in Jerusalem ist dicht gefüllt mit Spannung, Erwartung, Verheißung.

Der Empfang ist so paradox: Zustimmung und Ablehnung verdichten sich in dieser Szene. Auf der einen Seite die „Hosanna-Rufe“, die ausgebreiteten Kleider, die abgeschnittenen Zweige -  eher hilflose aber spontane Gesten des einfachen Volkes. Sie erkennen in Jesus den Messias.

Wo aber ist der Hohepriester, wo sind die Schriftgelehrten und die Ältesten? Für viele von ihnen ist Jesus gefährlich. Längst planen sie, dass er weg muss. Wenige Zeit später stehen sie sich beim Verhör gegenüber. Das ist die andere Seite.

Die Gegensätzlichkeit bei Einzug Jesu in Jerusalem ist Ausdruck der Dramatik „Gottheit und Menschheit Jesu“. Mir als Glaubende kann dieses Schriftwort sagen: Jesus ist mir nahe wenn ich durch gehen muss durch Dick und Dünn, durch Pro und Contra, durch Freud und Leid. Der Einzug Jesu in Jerusalem würdigt jede lautere Form von Bescheidenheit und Demut. Wege des Leidens werden erhellt weil sie Wege der Erlösung sind.

 

Schw. M. Regina Pröls
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