„Betrachtet die Vögel des Himmels…“

Dieser Text bei Mt 6,26  –  kommt mir in den Sinn, wenn ich in diesen Wintertagen die Vögel vor meinem Fenster betrachte, die da fleißig kommen, um sich Futter zu holen.  Da steht  ein besonderes Vogelhäuschen  – eine „Vogelkirche“, in der die Meisen, die Spatzen, etc. ein- und ausgehen.  Höchst interessant ist es, sie dabei zu beobachten, wie sie zur „Kirche“ trippeln -
fast so als ob sie hören könnten, dass hier Jesus von ihnen erzählt: „Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keinen Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie.“

Jesus beobachtete die Natur. Dabei sah er, dass sich der himmlische Vater um seine Geschöpfe, z. B. um die Vögel kümmert. Dann vergleicht Jesus die Vögel mit den Menschen – als er weiterfährt : „Seid ihr nicht viel mehr wert als sie…“.  Also, wird sich der himmlische Vater erst recht um die Menschen  - um mich - sorgen und kümmern.  Doch in der Sorge Gottes um seine Geschöpfe ist er auf  die Mithilfe der Menschen angewiesen – auch auf mich. Viele Vögel würden im kalten Winter verhungern ohne das Futter, das ihnen gestreut wird.  Millionen Menschen auf der Erde hungern und sind auf Hilfe angewiesen - auch auf die meine.

„Betrachtet die Vögel des Himmels ….“
Mit diesen Worten aus der hl. Schrift  kann ich aber auch mit größerem Vertrauen und mehr Gelassenheit leben. Ich darf mich freuen darüber, „dass ich meine Sorgen auf ihn werfen darf.“ (vgl. 1 Petr 5,7)
Die kleinen Meisen besuchen eifrig den Futterplatz an meinem Fenster. Eine von ihnen ließ dieser Tage eine kleine Melodie ertönen. Und ich habe mich gefreut darüber. Dabei wurde ich an die Strophen eines Gedichtes erinnert, das mir zum Jahresanfang in die Hände fiel:
 
„Nimm die Freude wahr im Alltag!
Ist so viel, was dir geschenkt...
dass der Himmel überm Lande
nicht voll dunkler Wolken hängt

Vogelstimmen am frühen Morgen
und der Raureif auf dem Ast;
dass du nach des Tages Arbeit,
abends Zeit zum Träumen hast.

Dass wir noch im Frieden leben
dass um uns ein Freundeskreis.
Überall ist Grund zur Freude -
gib mir Herr, dass ich es weiß“

  (G.K.Severin)


Sr. Silvia Liebl
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