Unsere Geschichte

Die Anfänge der Kongregation liegen im Jahr 1890 in München-Perlach.

Große Not herrscht, Arme und Kranke sind nicht wie heute mit einem Netz sozialer Hilfe von Seiten des Staates abgesichert. Arme Kranke können sich weder Arzt noch Pflegekraft, weder Krankenhausaufenthalt noch Medikamente leisten.

 

Pater Dr. Peter Natili

In München ist ein Priester aus dem Orden der Hieronymitaner, Pater Dr. Peter Natili, tief darüber betroffen, seine ethische Einstellung herausgefordert. Auf Grund seiner homöopathischen und botanischen Kenntnisse, stellte er selbst Arzneien her. Mittellose behandelt er unentgeltlich und lindert so die große Not. In höchsten Kreisen Münchens findet er bald Gönner, die ihm unter die Arme greifen. (P. Natili traf um 1900 ein hartes Los. Wegen seiner Fähigkeiten zog er sich den Neid der Ärzte und Apotheker zu. Er wurde denunziert und als Ausländer des Landes verwiesen.) Zur Pflege der Kranken schließen sich immer mehr edelgesinnte junge Frauen zu einem „Verein vom heiligen Josef für ambulante Krankenpflege“ zusammen und werden vom Volk „Josefsschwestern“ genannt. In ihnen wächst der Wunsch, als religiöse Gemeinschaft zu leben. 1892 traten die Frauen dem Dritten Orden des heiligen Franziskus für Weltleute bei und legen sich bald eine bescheidene Tracht zu.

 

1913

Ab 1913 nannten sie sich St. Franziskusschwestern (es wurde der „Verein der St. Franziskusschwestern“ gegründet) und seit 1921 ist die Gemeinschaft dem Franziskanerorden angegliedert.

Ebenfalls 1913 kamen die Schwestern nach Vierzehnheiligen.

 

Im Jahr 1916 führten die Franziskusschwestern die neue Tracht ein (Mitte), die 1970 von der heutigen Form abgelöst wurde (rechts).

Links die Tracht der Josefsschwestern.

 

 

 

Gutshof "Frankenthal"

In Vierzehnheiligen erwarben sie den Gutshof "Frankenthal" mit seinen fast 60 Hektar Ländereien. Der Boden war mehr mit Steinen als mit Brot-Ertrag gesegnet. Das Verlustgeschäft führte zu einem häufigen Besitzerwechsel am Hof "Frankenthal", bis ihn 1913 die Schwestern von der Familie Storath erwarben. Sie gaben dem Anwesen den Namen "Antoniusheim".

 

Antoniusheim

Das Gebäude befand sich an der Stelle des heutigen Diözesanhauses. Der Kauf des Hofes verbindet die Schwestern mit der Geschichte von Vierzehnheiligen.

 

Solanushaus, Landshut

Im gleichen Jahr des Erwerbs des Guthofes in Vierzehnheiligen, 1913, wurde die Zentrale der Schwestern von München-Perlach aus nach Landshut ins Solanushaus verlegt.

 

 

 

 

 

P. Jakob Schauermann

Unter dem Franziskaner und späteren geistlichen Leiter der Schwestern, P. Jakob Schauermann blühte die Kongregation auf. Neue Filialen wurden eröffnet und viele gleichgesinnte junge Frauen baten um Aufnahme. Immer mehr wuchs auch der Wunsch der kleinen Gemeinschaft nach kirchlicher Anerkennung. P. Jakob Schauermann trieb dieses Anliegen der Schwestern zielstrebig voran.

Die Lebens- und Arbeitsweise der Schwestern überzeugte die Diözesanleitung in Bamberg bald. 1921 erhielten sie die kirchliche Anerkennung und noch im selben Jahr erklärte Erzbischof Dr. Jakobus von Hauck die Schwesterngemeinschaft zur Diözesankongregation. Zu gleicher Zeit wurde die neue bischöfliche Kongregation dem Franziskanerorden angegliedert.

 

Erzbischof Jakobus von Hauck

Von diesem Zeitpunkt an unterstanden die Schwestern der Leitung und Jurisdiktion des Erzbischofs von Bamberg. Mit der Anerkennung der Gemeinschaft durch die Erzdiözese Bamberg als Diözesankongregation war verbunden, dass der Sitz der Leitung und das Noviziat nach Vierzehnheiligen verlegt wurden.

 

Dies führte zu einer Teilung der Schwesternschaft. Die in Landshut verbleibenden Schwestern gründen zusammen mit P. Jakob Schauermann die Kongregation der Solanusschwestern mit folgendem Gründungscharisma: „Dienen in der Nachfolge unseres Herrn Jesus Christus, in Einfachheit, Freude und Liebe, zum Frieden und Heil der Menschen, in ihren äußeren und inneren Nöten, missionarisch im In- und Ausland, nach dem Beispiel unseres hl. Vaters Franziskus“. Die bischöfliche Anerkennung als Diözesankongregation der Erzdiözese München/Freising dieser jungen Kongregation erfolgt bereits im November 1926.

Die Kongregation der St. Franziskusschwestern dehnte allmählich ihre Tätigkeiten aus.

Hauptaufgaben der Kongregation, die heute 13 Niederlassungen in Deutschland, 7 in Perú (seit 1934), zwei in Indien (seit 2002) und eine in Kroatien (seit 2006) zählt, sind die Kranken- und Altenpflege in der Ambulanz und den ordenseigenen Häusern, der Sektor Erziehung, Bildung, Pastoral und Sozialarbeit sowie die missionarische Tätigkeit in Perú, Indien und in Kroatien.

Im Blick auf die Zukunft der Gemeinschaft – auf Konventsauflösungen und Neugründungen – wandte sich die  Generaloberin Sr. M. Christine Köberlein im Osterbrief 2002 an die Schwestern mit folgenden Worten:

„Zukunft hat eine Gemeinschaft, wenn sie mit dem vielen Sterben, Aufgeben und Auflösen, gleichzeitig Neuaufbruch wagt. Das belebt die Gemeinschaft, bringt neue Themen und Blickwinkel, hilft weltweit zu denken und die Not der Menschen zu sehen, nicht nur die eigenen Grenzen und Leiden.“

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