Frühlingsgedanken

Man kann zum Frühling nicht sagen, „hoffentlich kommst du bald und dauerst lange.“ Man kann nur sagen: „Komm und segne mich mit deiner Hoffnung, und bleib so lange, wie du kannst.“

Diesen Satz aus einem Buch von Paulo Coelho habe ich mir schon vor langer Zeit einmal aufgeschrieben. In den vergangen Tagen kam er mir unweigerlich wieder in den Sinn. Alles Leben in Mutter Natur beginnt sich zu regen. Es keimt und sprießt an jeder Ecke des Gartens und die intensiven Sonnenstrahlen am Nachmittag laden zu ersten Kaffeestunden auf der Terrasse ein. Alles steht auf „Anfang“ - wieder einmal, und wir haben keinen Einfluss darauf, dürfen aber glücklich sein, wenn es soweit ist.
Der Frühling hat uns erneut überrascht mit seiner Beharrlichkeit und seinem milden Charme. Er hat sich seinen Weg gesucht durch kahle Äste und altes Laub hindurch und treibt zarte Knospen an Sträuchern und Bäumen.
„Alles auf Anfang“ - so könnte man auch die Fastenzeit umschreiben. Sie gibt mir - ebenso beständig wie die Rückkehr des Frühlings, aber zu einer genau festgelegten Zeit - alle Jahre wieder die Chance auf einen Neubeginn, auf eine neue Ausrichtung.
Ich darf und soll gewisse Lebensmuster und Gewohnheiten überdenken und durch bewussten Verzicht am Ende einen „Mehrwert“ für mein Leben erfahren.
„Verzicht“ ist in diesem Fall ein ganz weiter Begriff und meint natürlich nicht nur die Reduzierung des Alkohol- oder Süßigkeitenkonsums. Was ist mit den schlechten Angewohnheiten? Habe ich nicht heute wieder grundlos gejammert und bin wegen einer Kleinigkeit sehr laut geworden? Wie stand es mit neidischen Gedanken und gehässigen Bemerkungen?
Wir haben alle die Möglichkeit, es noch einmal neu und anders zu versuchen. Es ist diese Hoffnung, diese große Sehnsucht nach Frühling, nach Leben und Liebe, die uns antreibt und immer neu motiviert.
Jesus hat uns gelehrt, wie wir unser Leben gestalten sollen und uns gleichzeitig durch seine radikale Botschaft klar gemacht, dass uns die reine Ausrichtung auf alles Weltliche und Materielle niemals vollständig ausfüllen und zum wahren „Mensch-Sein“ führen kann.
In diesen vorösterlichen Tagen sollen wir unseren Blick ganz bewusst nach innen richten und uns auf den Weg machen zu IHM, der eigentlich schon bei uns ist und bei uns bleibt bis ans Ende unserer Tage und der uns den Weg zum Ewigen Leben zeigt!

Beate Völker
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