Geh aus mein Herz

„Geh aus mein Herz
und suche Freud
in dieser schönen Sommerszeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben......“




Immer wieder kommen mir diese Worte aus dem Gedicht  von Paul Gerhardt
in den Sinn und ich ertappe mich, wie ich die Melodie vor mich hin summe.
In der Tat: das Gedicht bzw. das Lied begegnete mir in den letzten Wochen wiederholt – bei verschiedenen Anlässen.
Es wurde bei einem ökumenischen Gottesdienst gesungen und war dann auch das Predigt-Thema der Pastorin. Während meines Kuraufenthaltes war es der mehrfache Wunsch der Teilnehmer in einem Singkreis und wir sangen begeistert aus voller Kehle alle Strophen.

Manches im Text berührt meine Seele und ich werde zurückversetzt in meine Kindheit auf dem Land, wo die Wiesen, Gärten und Felder in der Frühlings- und Sommerzeit in voller Blüte standen… „sich ausgeschmücket hatten“. Um die Wette haben wir Kränze aus Blumen und blühenden Kräutern gefertigt, in die Haare geflochten und stolz getragen.

Jemand bezeichnete die blühenden Wiesen als die „Liebesbriefe Gottes an uns“. 
Und in der Tat, kann man nicht in all der Schönheit, dem Blütenreichtum und was uns sonst noch in der Natur geschenkt ist, die Handschrift Gottes erkennen?
Jesus selbst weist uns darauf hin, wenn er sagt: Seht euch die Lilien des Feldes an: nicht einmal Salomon in all seiner Pracht war gekleidet, wie sie.“  (Lk 12,27)
Auch in einem Gedicht von Hermann Hesse „Es gibt so Schönes in der Welt“ werden wir eingeladen, all die Wunder der Natur zu betrachten, über sie zu staunen und uns daran zu erfreuen.

Vielleicht haben wir gerade jetzt in der Urlaubszeit etwas Muse, um all unsere Sinne zu öffnen und dankbaren Herzens den Schöpfer zu loben für all die Kosbarkeiten, die uns die Natur kostenlos bietet – aber auch für den Erhalt der Schöpfung in ihrer Einmaligkeit Sorge zu tragen.

Sr. Silvia Liebl

 

eingestellt 2012-07-23 srk
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