Zur Dankbarkeit

Wenn meine Tage mit Terminen besonders angefüllt sind, versuche ich kleine Atempausen einzulegen, um DANKE zu sagen. Sicher gelingt mir dies nicht immer, aber die DANKE-Pausen tun mir gut. Ich danke mit Freude für das Gelungene oder ich danke, weil ich froh bin, dass eine schwieriges Treffen überstanden ist oder …

Und oft denke ich daran zurück – und vielleicht geht es Ihnen auch so -, wie ich schon in meiner Kindheit zum DANKESAGEN angehalten wurde. Bei kleinen Überraschungen und Geschenken habe ich das gerne getan. Schwieriger wurde es schon, wenn ich mich artig bedanken sollte, weil sich das so gehört oder ich Dinge bekam, die ich gar nicht so schön fand. Trotzdem merke ich, dass in den Erinnerungen meines DANKESAGENS das Positive überwiegt. Da gab es doch  Glück und viele gute Wendungen, die mich leben, die mich weiterleben, dazwischen auch mit dankbaren Herzen weiterkämpfen ließen.

Und bei meinem DANKEN erinnere ich mich auch immer wieder an eine Heilungsgeschichte im Lukasevangelium, denn auch da ist von Dankbarkeit die Rede. Da wird von 10 Aussätzigen erzählt, die Jesus von ihrer Krankheit befreit, doch nur einer kam zu ihm zurück. Es heißt da: „Einer von ihnen aber kehrte um und lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm … Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun?“ (Lk 17,15 ff)

Jesus schenkt den Kranken Gesundheit und tut das ganz unspektakulär. So konnte ich das selbst vor nun schon zwei Jahr erleben, als ich nicht mehr um eine Herzoperation herum kam. Alles konnte ich bestehen und habe wahrhaft Heil durch die med. Möglichkeiten und die Hilfe Gottes erfahren. Diese Erfahrung erfüllt mich bis heute mit großem Dank.

Die Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Erinnerung und ohne Erinnerung gibt es keine Orientierung, so habe ich einmal gelesen. Das Leben ist also ein liebevolles Zurückschauen, ein gegenwärtiges Verkosten und ein kraftvolles Nach-Vorne-Gehen.

Vielleicht geht es aber nicht nur darum, das Danken nicht zu vergessen, sondern vielleicht geht es auch darum, ein dankbares Herz von unserem guten Gott immer wieder zu erbitten. Das folgende Segensgebet könnte dazu eine Anregung sein:

Guter Gott, begleite mich mit deinem Segen
und lass mich dankbar sein –
für jede Hand, die mich stützt, wenn ich schwach bin,
für jede Hilfe, die mir Mut macht, wenn ich verzagen möchte,
für die Geborgenheit, die ich finde, wenn ich mich verlassen fühle.

Guter Gott, begleite mich mit deinem Segen
und hilf mir in den vielen alltäglichen Gelegenheiten
das Wort der Dankbarkeit oft zu sprechen.

Sr. Christine Köberlein
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