100 Jahre Franziskusschwestern in Wertach
Am Samstag, 10. Januar 2009 feierten die St. Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen ihr 100-jähriges Sein und Wirken mit zahlreichen Schwestern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Frauen, Wertachern und vielen Gästen.
Hintergründe zu unserem Jubiläum
Soziales Engagement als Lebensprinzip
Die Gründung dieser Schwesternniederlassung reicht zurück ins Jahr 1908. Damals wurde eine Schwester der noch jungen Gemeinschaft, die damals ihren Sitz in München-Perlach hatte, nach Kranzegg ins Allgäu gerufen. Zur gleichen Zeit trug Pfarrer Nenning aus Wertach schon länger den Gedanken in sich, eine Niederlassung für Krankenschwestern ins Leben zu rufen. Generaloberin Mutter Rosa Rodler entsprach der Bitte, so dass am 3. Januar 1909 ein kleiner Konvent eröffnet wurde.
Im Verlauf der 100 Jahre hat sich das soziale Aufgabenfeld erweitert und schließlich konzentriert auf das heute bestehende Wirken in der Fachklinik für Frauen in Familienverantwortung. Grundlage des sozialen und pastoralen Dienstes ist das Ordens-Charisma: „Not sehen, warm werden um der Menschen willen, ist ein Tun von göttlicher Natur“. Immer sind die Schwestern achtsam auf die Zeichen der Zeit, insbesondere für die Nöte der Zeit. So erstreckte sich die Ursprungstätigkeit der ambulanten Krankenpflege hinein ins Jahr 1982, bis ein bis heute bestehender Krankenpflegeverein die Tätigkeit der Schwestern gänzlich übernommen hat. 1932 eröffneten die Schwestern einen der ersten Kindergärten und waren dort bis 1983 tätig, immer mit viel Engagement für Weiterentwicklung. Die Schwestern unterhielten eine Suppenküche für Schulkinder, die von den Dörfern außerhalb Wertachs zur Schule gingen. Von 1948 bis 1973 gab es ein Krankenhaus in Wertach, vorrangig Geburtshilfe. Auch alte Menschen lebten bei den Schwestern, die fürsorglich betreut wurden.
1957 wurde in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Augsburg die Müttererholung realisiert. Damit wurde ein Engagement von Frauen für Frauen verwirklicht, dass wenige Jahre zuvor von Elly Heuss, der Gattin des damaligen Bundespräsidenten in Form des Müttergenesungswerks ins Leben gerufen wurde. Auch in diesem Bereich hat sich in den mehr als 50 Jahren viel weiter entwickelt. Aus fest strukturierten 4-wöchigen Erholungswochen ist mit vielen, teils schwierigen Zwischenschritten, eine Fachklinik geworden, die professionelle medizinische Therapie, psychosoziale Therapie und therapieunterstützende Angebote vorhält, um Frauen in drei Wochen zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.
All dies hätte nicht ohne die Unterstützung und Kooperation mit vielen Menschen und Institutionen geschehen können. Zuerst den Familien, die den Schwestern kostenlos Wohnraum überlassen haben und den Menschen, die den Schwestern materiell den Lebensunterhalt sicherten. Die große Baumaßnahme im Jahr 1975 wurde vom Bund, dem Land, die Diözesen Augsburg und Bamberg, der Pfarrgemeinde St. Ulrich in Wertach und schließlich durch die Kongregation finanziert. Die staatliche Regelung zur Finanzierung der Kuren durch die Krankenkassen wirkt sich ganz entscheidend auf die Wirtschaftlichkeit dieser Einrichtung aus. Anders als bei anderen Trägern derartiger Einrichtungen hat die Kongregation der St. Franziskusschwestern Vierzehnheiligen defizitäre Jahre ausgeglichen und innovativ Modernisierungen durchgeführt. Heute darf sich die Fachklinik „St. Marien“ als eine gern aufgesuchte Klinik verstehen, die bundesweit einen guten Ruf genießt.

- Fachklinik für Frauen in Familienverantwortung: heutiger Lebens- und Wirkungsort der Franziskusschwestern in Wertach
Christliche Lebensgrundlage
Neben den sozialen Aufgaben leisten die Schwestern auch wichtige seelsorgerische Dienste. Die persönlich gelebte Christusverbundenheit wirkt tief in den beruflichen Alltag hinein. Die Vermittlung eines angstfreien Gottesbildes ist oft eng verbunden mit therapeutischen Maßnahmen. Die kurze Morgenbesinnung „Gedanken in den Tag“ wird von den Gästen gerne angenommen Darüber hinaus übernehmen die Schwestern liturgische Dienste in der Pfarrei und bringen sich mit ihrem Fähigkeiten ein.
Im Leitbild ist die christliche Ausrichtung dieser Klinik festgehalten, der sich auch die Mitarbeiter/innen verpflichtet wissen.
Körper – Geist – Seele: „Nur der ganze Mensche kann „heil“ werden“.


