AKTUELL

Weggefährten in Assisi

Fast noch mitten in der Nacht brach die Weggemeinschaft der St. Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen Mitte September mit zwei Kleinbussen am Mutterhaus auf, um nach Assisi zu fahren. Schon lange haben wir auf diesen Zeitpunkt hin gefiebert. Vertraute Wege, bekannte Blicke – alle waren voller Vorfreude auf diese Reise – Assisi miteinander teilen, was für eine Freude!
Bereits im Vorfeld hatten wir uns mit Pater Heribert Arens OFM, zu einem Programm abgesprochen, um Orte mit ganz besonderem franziskanischem Geist zu erkunden Jeden Morgen begrüßten wir den Tag mit dem Morgenlob auf der Terrasse. Wie Franziskus beteten wir mit dem ganzen Körper - dazu das Morgenrot über dem Tal und direkter Blick auf San Francesco – wir haben es genossen. Vor dem Start zum jeweiligen Tagesziel trafen wir uns - meist frisch gestärkt mit italienischem Frühstück, wieder hoch oben über den Dächern von Assisi zu einer Einführung in den Tag durch Pater Heribert und abends gab´s einen Tagesrückblick.
Am ersten Tag eroberte so jeder ganz individuell „sein“ Assisi. „Kontemplation – dahinter schauen“ war unser Impuls für den Weg durch die Gassen, zur Burg hinauf oder hinab ins Tal. Ganz wie es ein jeder wollte. Am Nachmittag trafen wir alle wieder in San Damiano ein. Vor einem überaus kräftigen Gewitter kamen fast alle trocken in unserer Herberge an – und den Gottesdienst mussten wir statt im Olivengarten in der Klosterkapelle feiern – bei rauschendem Regen als Hintergrundmelodie.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen von Greccio und der Einsiedelei Speco di Narni. Gerade die Ruhe und Kraft der Einsiedelei von Speco di Narni im Gegensatz zum lebhaften Treiben in Greccio zu erleben war eine interessante Erfahrung.
Natürlich besuchten wir die Portiunkula inmitten der großen Kirche Santa Maria Degli Angeli – das Kleine und das Große inspirierte zu verschiedenen Betrachtungen für den eigenen Glaubensweg. Die Kirchen Rivotorto und Chiesa Santa M. Maddalena im Tal unterhalb der Altstadt von Assisi erkundeten wir am Nachmittag und feierten im kleinen Kirchlein von S.M.Maddalena Gottesdienst. Draußen donnerten die Lastwagen durch das Gewerbegebiet – drinnen wurde gebetet, sehr eindrucksvoll.
Natürlich wollten wir wieder nach La Verna. Wie bereits im Jahr 2009 führte uns Sr. Angela Tauchen und erläuterte uns, wie sehr Franziskus Christus nachfolgen wollte – so sehr, dass er sogar seine Wunden mit ihm teilte. Bei einem Gottesdienst im Wald oberhalb vom Kloster La Verna (Pias Kinderwagen wurde auf abenteuerliche Weise dorthin transportiert) schenkte uns Pater Heribert ein Ritual zum gemeinsamen Tragen des Kreuzes. Die Last halbiert sich, wenn man sie teilt und gemeinsam trägt - im gegenseitigen Tausch unserer kleinen Damiano-Kreuze vollzogen wir es.
Der letzte Tag in Assisi war dem Gipfel des Monte Subasio und der Carceri vorbehalten – und es blieb etwas Freizeit, um die Einkaufsaufträge zu erfüllen. Sahen wir bisher immer von unten nach Assisi hinauf oder aus der Stadt hinaus – nun schauten wir von hoch oben auf eine kleine Stadt im Tal hinab. So weit weg, dass sie kaum zu erkennen war, doch auch hier wehte der Geist von Franziskus - eine Gruppe Kunstschüler säuberte die Wiesen und sammelte Abfälle auf.
Ganz oben auf dem Monte Subasio im heftigen Wind gab es dann sogar das einzige und offizielle Gruppenbild unserer kleinen Pilgergemeinschaft. Viel zu schnell verging die Zeit in Assisi – in einem Abschiedsgottesdienst im Olivengarten des Klosters blickten wir zurück auf unsere Wegetappen, die wir voller Genuss in kleinen Häppchen und ganz bewusst genossen haben. Ein kleiner Olivenholzlöffel wird uns immer daran erinnern.
Eine Reise, die Weggefährten, Ehepartner und Franziskusschwestern – und natürlich die kleine Pia – auf ganz wunderbare und unkomplizierte Art und Weise miteinander immer fester verbindet – das verdanken wir allen Organisatoren, Teilnehmern und IHM, unter dessen Schutz wir standen und stehen.

Morgengebet auf der Terrasse mit Blick auf San Francesco

Pater Heribert gibt erst Impulse für den Tag

Große Freude, wenn man sich an der Piazza wieder trifft

Unterwegs zu und mit Franziskus

Der Ausblick vom Kloster war immer wieder neu und wunderbar

Im Speisesaal des Klosters – Espresso und Cappucchino unlimited

Wir waren viel unterwegs - in Greccio...

...in Speco di Narni...

...in San Maddalena...

...auf La Verna.

Sr. Angela führte uns wieder durch La Verna...

...und mitten im Wald feierten wir an einem Altar aus Fels...

...und teilten das Kreuz miteinander.

Auf dem Monte Subasio wehte Bruder Wind sehr heftig

Zeit zum Eisessen war immer

Pater Heribert, herzlichen Dank für die wunderbaren Pilgertage!

 
Text und Bilder: Uta Fielitz
Weggemeinschaft
 
2018-11-10 eingestellt: srk

 

Login