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UFOS bauen in 72 Stunden ein Labyrinth

Vom 23.-26. Mai 2019 fand die 72 Stunden-Aktion "Uns schickt der Himmel" des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in ganz Deutschland statt. Hier haben sich junge Menschen ehrenamtlich für einen guten Zweck eingesetzt.Auch in Vierzehnheiligen wurde ein 72-Stunden-Projekt verwirklicht.

Vorgeschichte

Auf dem Grundstück oberhalb des Hauses Frankenthal in Vierzehnheiligen wurde im Rahmen des Weltjugendtages 2005 von 100 Jugendlichen aus Peru, Indien, Kroatien und Deutschland ein Labyrinth gelegt. Trotz der Pflege waren die Steine inzwischen eingesunken und der Weg verwachsen. So war es inzwischen nur noch mühsam begehbar.

72 Stunden-Aktion

Im Rahmen der 72 Stunden-Aktion wurde dieses Labyrinth von den "UFOS" erneuert. Dabei handelt es sich nicht um kleine grüne, außerirdische Männchen, sondern um die Ministranten aus Uetzing, Frauendorf, Oberlangheim und Stublang. Einige Ministranten pendelten zwischen der 72 Stunden-Aktion und als Messdiener in ihren Kirche hin und her.

"Um das Labyrinth möglichst vielen Nutzern zugänglich zu machen und trotzdem die Wiese nicht zu "versiegeln", haben wir uns nach Rücksprache mit dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales für eine Rasenfläche entschieden. Somit können auch Rollstuhlfahrer das Labyrinth nutzen. Für Blinde wird es eine Tafel mit einem Modell zum Ertasten geben", erklärte die Projektleiterin Gemeindereferentin Schwester Katharina. Im Vorfeld galt es entsprechende Genehmigungen des Grundstückseigentümer (Erzbistum Bamberg), dem Baudenkmal und Bodendenkmalpflege (Landesamt für Denkmalpflege) sowie dem Landschaftsschutz (Landratsamt Lichtenfels-Umweltzentrum) einzuholen, fügte Schwester Katharina an. Nach der Auftaktveranstaltung am Donnerstagabend in der „Heiligen Familie“ in Lichtenfels trafen sich dann die 35 "UFOS" im Alter zwischen 9 bis 18 Jahren am Wallfahrtsort, um mit den Erdarbeiten zu beginnen. Bis zum Aufstellen der Palisaden mussten zunächst 40 Tonnen Schotter von den UFOS und den Beauftragten verarbeitet werden. "Am Freitagfrüh war ich mit einen Notruf beim Lokalsender "Radio1" auf Sendung. Denn es standen noch 3000 Palisaden für unser Labyrinth in Marktrodach", erzählte Emely Huber. "Anfang der Woche hatte unser Lieferant abgesagt", fügte Schwester Katharina an. Unter Applaus und einer Laola-Welle wurde der LKW-Fahrer Siegfried Schenkel vom Sägewerk Wich/Schwarz am Samstagvormittag am Wallfahrtsort begrüßt. Nun galt es bei sommerlichen Temperaturen diese Palisaden in dem im Vorfeld ausgearbeiteten Plan entsprechend zu setzten. Bis Sonntagmittag wurden in schweißtreibender Arbeit auf eine Länge von 260 Meter insgesamt 4862 kurze und 78 lange Palisaden verarbeitet sowie aus 26 Sitzbretter 13 Bänke erstellt. Im Namen der UFOS bedankte sich die Projektleiterin Schwester Katharina bei den zahlreichen Unterstützern und Sponsoren, die namentlich auf den Sitzbänken im Labyrinth verewigt sind. Zum Durchlaufen dieser Stecke benötigt man vier Minuten.

Labyrinth-Modell zum Ertasten

Eine besondere Aufgabe kam hierbei auf den Uetzinger Oberministrant Niklas Lazarz zu. Der Maurerlehrling erstellte aus Spezialmörtel eine Platte, auf der nun auch Blinde den Weg ertasten können.

Im Rahmen eines Open-Air Gottesdienstes segnete Stadtpfarrer Georg Birkel schließlich am Sonntagnachmittag dieses Mammutprojekt. Sehr beeindruckt zeigte sich Schwester Katharina von der Zusammenarbeit der UFOS untereinander. "Die Kleinen haben auf die Großen geschaut und die Großen auf die Kleinen. Wenn jemand etwas brauchte war gleich einer zur Stelle, du brachst noch eine Schaufel – hier ist eine. Ein ganz tolles Miteinander in dieser UFOS-Gruppe. Ihr könnt stolz auf euch sein. Das Labyrinth wird so lang es hier besteht immer mit euch im Verbindung sein". Generaloberin Schwester Regina Pröls lobte die gute Verbindungen zu den Ministranten aus dem Lautergrund. Erschöpft, schmutzig aber glücklich und stolz waren Projektleiterin Schwester Katharina, die UFOS mit ihren Ministrantenbeauftragen und die sonstigen Helfer am Ende des Tages über das geschaffte Werk. Die Abschlussveranstaltung dieser 72 Stunden-Aktion fand am späten Sonntagnachmittag in St. Augustin in Coburg statt.

Wege des Labyrints geebnet

Eine weitere Aktion schloss sich dann am 4. Juli 2019 an: wieder waren die UFOS zur Stelle. Diesmal galt es, den bisher noch recht unebenen Boden soweit zu ebnen, dass Rollstuhl-Nutzende nicht mehr durchgeschüttelt werden. Außerdem wurde noch ein Zugang erweitert.

Gerd Klemenz

 

Die Steine des alten Labyrinths dienen jetzt Reptilien als Lebensraum.

40 Tonnen Schotter liegen zum Verarbeiten bereit.

Gemeinsam wird der Schotter verteilt.

Die Palisaden müssen auch verteilt werden.

Mit Hilfe eines Radioaufrufs findet sich ein LKW-Fahrer.

Jeder packte mit an.

Das Labyrinth wächst.

Stockbrot ist ein guter Ausgleich am Abend.

Wirklich jeder setzte Palisaden ein.

Das Labyrinth ist schon erkennbar.

Die Betonplatte wird gegossen.

Fleißig und emsig wird gewerkelt.

Wer weiß, wie oft die Schubkarren beladen und entladen wurden?

Palisaden werden stabilisiert.

Das Modell wird professionell aufgespritzt.

Geschenkte Blumen werden angepflanzt.

Die letzten Bänke werden montiert.

Geschafft! Sogar in weniger als 72 Stunden!

Testlauf: ein bisschen holprig noch, aber breit genug.

Gottesdienst zur Eröffnung des Labyrinths.

Die UFOS selbst weihen das Labyrinth ein.

Die UFOS und einige der Sponsoren. Vergelt's Gott!

Nachtrag: einige Wochen später wird der Weg noch geebnet.

Jetzt ist es besser für Rollstuhlfahrende Menschen.

 
Text: Gerd Klemenz
Bilder: verschiedene
2019-07-25 eingestellt: srk
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